04.06.22 Fahrt an die span.-franz. Grenze
aktualisiert: Nymphe eines Zweipunkt-Ohrwurms (Anechura bipunctata)
Ein erster Spaziergang in der Nähe von Formigal, einem Ort ca. 8 Km vor der französischen Grenze, führt uns über einen Hang mit blühenden Wiesen oberhalb eines Flusses.



Es wachsen dort u.a. die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) neben ihrer „Braut in Weiß“,der Waldhyazinthe (Platanthera), vorne die „Brautjungfer“, die weiße Blüte des Berg-Klees (Trifolium montanum).

An vielen Stellen wachsen das Schwarze Kohlröschen (Nigritella nigra) und das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata). Weiter unten näher am Fluss wächst der Alpen-Klee (Trifolium alpinum).



Auch mir noch unbekannte Schmetterlinge sind zu sehen, wenn sie sich auch etwas versteckt halten und erst bei Störung auffliegen. Ein Weißer Linienspanner (Siona lineata) und ein Wanderzünsler (Nomophila noctuella).



Eine Nacktschnecke ist unterwegs, es ist der Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger). Am Schwanzende führt er das halbe Flussbett mit. Oben auf seinem Körper sitzt einen kleine Mücke. Ist sie zu faul zu fliegen, gibt es auf der Haut was zu trinken oder hat sie tatsächlich die Schnecke angestochen? Im Flussbett mit ausgedehnten Schotterbänken lärmen zwei Flussuferläufer und drei Flussregenpfeifer. Zum Fotografieren sind sie aber zu weit entfernt.

Ein zweiter Spaziergang wird bei Frontera Del Portalet vor der französischen Grenze unternommen. Der Ort befindet sich am westlichen Ende der Pyrenäen und am oberen Ende des Tenna Tals. Der Weg führt bergauf über blühende Bergwiesen mit einer herrlichen Floravielfalt von Hochgebirgsarten. Pyrenäen-Schachblumen (Fritillaria pyrenaica), Pyrenäen-Drachenmäuler (Horminum pyrenaicum), Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina), Weißer Affodill (Asphodelus albus) und Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) erfreuen das Auge.








Neben dem Weg kreucht und fleucht es. Ein ruhender Gelbgeränderter Flachstirnspanner (Psodos quadrifaria), ein Gespinst von Ringelspinnerraupen (Malacosoma neustria), ein grün-goldschimmernder Blattkäfer (Cryptocephalus sp.), viele umherflatternde Alpen-Mohrenfalter (Erebia triarius), eine Mauereidechse (Podarcis muralis) und und eine Nymphe eines Zweipunkt-Ohrwurms (Anechura bipunctata) in der Blüte einer Alpen-Rose (Rosa pendulina). Und natürlich noch viele, viele, andere Blumen und Tierchen.









Weiter oben erfreut ein auf einem Halm sitzendes Braunkehlchen Weibchen.



Hier oben wachsen große Gruppen der Sumpfdotterblume (Caltha palustris). Immer wieder ist das Kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) zu sehen.


Ich mache eine kleine Rast zwischen einer Felsengruppe. Ein ruhender Gitterspanner (Chiasmia clathrata) macht es mir nach.

Auf dem höchsten Punkt eines Felsen hält ein Murmeltier Wache und beobachtet die Umgebung.


Neben mir landet ein Distelfalter (Vanessa cardui). Er hat seine beste Zeit bereits hinter sich. Gelbe Flecken in den trockenen Wiesen bilden das Graue Sonnenröschen (Helianthemum canum ssp. piloselloides). Beim Runtergehen finde ich noch einen einsamen Pyrenäen-Enzian (Gentiana pyrenaica) am Wegesrand.



Im Ort angekommen, leistet mir ein Haussperling Gesellschaft beim Espresso. Er spitzt auf das mit dem Getränk kommende Plätzchen. Er geht leer aus, es ist diesmal eine Schokolade.


