12.09.2022 Botanischer Garten: Grüne Reiswanzen, Louisiana-Gämshorn, Echter Papiermaulbeerbaum, Rizinus-Wunderbaum, Große Heidelibellen, Kartoffelkäfer, Marmorierte Baumwanze, Nymphe der Marmorierten Baumwanze, Zimtwanze, Zauneidechse, Bernstein-Waldschabe
Im Botanischen Garten schaue ich nach den Grüne Reiswanzen (Nezara viridula) auf den Blättern der Trichterwinde (Ipomoea indica). Es sind immer noch viele Nymphen aktiv.



Aus dem zentralen und südlichen Nordamerika kommt das Louisiana-Gämshorn (Proboscidea louisianica), weitere Namen sind Gemshorn, Devil’s claw, Louisiana-plant, Ram’s horn, Aphid trap, Goat’s head, Elephant tusks. Wie die verschiedenen Namen entstanden sind, ist leicht an der zu vertrocknenden Frucht zu erkennen. Die Kapselfrüchte können nur in unreifem Zustand gegessen werden, da sie bei Reife verholzen. In ihrer ursprünglichen Heimat werden die unreifen Früchte gerne in Essig eingelegt und gegessen.

Im Gegensatz dazu kommt der Echte Papiermaulbeerbaum (Broussonetia papyrifera) aus Asien. Ich nenne ihn Koronabaum, da die Früchte wie ein Koronavirus aussehen. Die reifen, rundlichen Fruchtstände an den weiblichen Pflanzen sind orange-rot. Sie sind essbar und schmecken fruchtig-süßlich nach Feige. Auch junge Blätter können gekocht als Blattgemüse verzehrt werden.


Rizinus-Wunderbaum (Ricinus communis) stammt aus Südwest-Asien und Nordost-Afrika, und wurde zur Giftpflanze des Jahres 2018 gewählt. Die Bezeichnung Wunderbaum lässt sich auf das rasante Wachstum von Rizinus zurückführen. In der Tat ist der Wunderbaum eine der schnellwüchsigsten Pflanzenarten, welche in Europa beobachtet werden. Verantwortlich für die Kür zur „Giftpflanze des Jahres“ ist jährlich der Botanische Sondergarten Wandsbek. Im Vorfeld kann sich jeder bei der Wahl beteiligen: Es gibt eine Vorschlagsliste mit mehreren Kandidaten, auf der man für den persönlichen Favoriten votieren kann.

Ein Weibchen der Großen Heidelibelle (Sympetrum striolatum) hat gerade ein kleines Insekt gefangen und verspeist es auf ihrem Ansitz.


Der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) liebt die afrikanische Äthiopische Eierfrucht (Solanum aethiopicum). Jedenfalls waren sehr viele Kartoffelkäfer auf der Pflanze am Fressen.




Auf den Blättern der aus West-China stammenden Blauschote (Decaisnea fargesii) halten sich Marmorierte Baumwanzen (Halyomorpha halys) und ihre Nymphen auf. Sie stammen aus Ostasien und wählen aus über 200 wildwachsenden oder kultivierten Futterpflanzen (Lee et al. 2013). Sie befallen fast alle Obstarten (z.B Birnen, Kirschen, Pfirsich, Himbeeren), Gemüse (z.B. Tomaten, Gurken, Peperoni), aber auch Feldkulturen wie Mais und Soja (Leskey and Nielsen 2018).




Auf einer anderen Pflanze finde ich die Zimtwanze (Corizus hyoscyami). Es gibt eine Reihe von roten Wanzen mit schwarzen Zeichnungen, die gerne mit der Feuerwanze, der bekanntesten, verwechselt werden, z.B. Knappe (Spilostethus saxatilis), Ritterwanze (Lygaeus equestris), Schwalbenwurzwanze (Tropidothorax leucopterus). Zimtwanzen ernähren sich von Pflanzensäften. Sie saugen vorwiegend an Früchten und Samen von Korbblütlern (Asteraceae) und Königskerzen (Verbascum).

In der Nähe des Alpinums beobachte ich eine weibliche Zauneidechse (Lacerta agilis) bei der Jagd.

Im Schmuckhof auf dem Bischofskrauts (Ammi visnaga) frisst eine Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris). Wovon sich diese Schabenart genau ernährt wurde bislang nicht untersucht. Es ist aber anzunehmen, dass sie überwiegend pflanzliche Kost verzehrt. Im Freiland wurde die Bernstein Waldschabe bislang meist in Hecken und an Waldrändern beobachtet. Oft findet man die Tiere auf Sträuchern, wo sie auf Blättern und Zweigen herumlaufen (Baur et al., 2004). In Städten kommen die Tiere häufig in Gärten und Parks vor, wo sie auf Sträuchern oder im Gras herumlaufen.


Mehrere Weibchen der Großen Heidelibelle (Sympetrum striolatum) jagen im Schmuckhof, da die Blumen viele Insekten anlocken. Immer wieder verlassen sie ihre Warte zu einem kurzen Jagdflug und kehren nach Erfolg oder Misserfolg auf sie zurück.


