Tag 3 (27.03.2022): Halbinsel Sörve im Vilsandi-Nationalpark
Von fließenden Wassergeräuschen wache ich auf. Es ist 2.34 Uhr in der Nacht. Strom ist wieder da. Schnell stecke ich beide Akkus in die Ladestationen und lade auch mein Smartphone.
Es war eine kalte Nacht. Am Morgen haben sich Eisblumen am Fenster gebildet. Dem Gimpel-Männchen scheint die Kälte nichts auszumachen. Die Straßen sind frisch gepudert.




Auf einer Fichtenbaumgruppe frühstücken Erlenzeisige und Stieglitze.







In der Riksu-Bucht wird ein kurzer Stopp eingelegt. Schrille „biik“-Rufe machen auf Austernfischer aufmerksam, die gerade zu einem Rundflug gestartet sind.



Singschwäne und verschiedene Entenarten sind auf dem Wasser. Blassgänse überfliegen die Bucht. Es ist ein beschaulicher Ort.


Nicht viel weiter gibt es einen erneuten Stopp. Zwei Kraniche sind nur wenige Meter abseits der Straße rufend unterwegs. Durch unseren Halt entfernen sie sich erhabenen Schrittes ganz langsam von uns.


Rauchwolken durchziehen den Wald, wo Bauern ihre strohigen Abfälle und feuchtes Heu verbrennen.


Wir erreichen unser erstes Tagesziel, den Leuchtturm von Sörve. Die südliche Halbinsel Sörve umschließt die Riga Bucht fast vollständig. Vom südlichsten Punkt aus lässt sich schon das lettische Kap Kolka sehen. Ein erwachsener Seeadler überfliegt neugierig die Landzunge.



Am steinigen Strand wird eine drei Wochen alte Kegelrobbe entdeckt. Obwohl sie sehr groß ist, ist sie gut getarnt und von weiten kaum von den Steinen zu unterscheiden. Sie ist etwas verrotzt und bei unserem Anblick fängt sie an zu sabbern. Möchte wohl auch mal etwas anderes probieren als immer nur Fisch.






Am Strand befindet sich ein altes Boot, das keinen sicheren Eindruck mehr macht.

Ein junger Seeadler fliegt mit einer Beute vorbei. Es sieht mir nicht nach Fisch aus, eher nach einem kleinen Wasservogel. Auch eine einbeinige Mantelmöwe kreist über dem Wasser.





Nachdem sich der Wind gelegt hat, fahren wir nordwärts noch einmal zum Hafen von Saaremaa. In jetzt ruhigem Wasser sind Eisenten und Scheckenten nahe dem Hafenbecken unterwegs. Die Eisenten sind mit Gefiederputz beschäftigt.









Immer wieder fliegen Gruppen von Scheckenten herbei und lassen sich hier nieder. In der Nähe halten sich auch Eisenten auf.






Bei den Scheckenten lassen sich interessante Flugformationen und Landungen beobachten.








Es ist Balzzeit und da gibt es unter den vielen Männchen schon mal unschöne Szenen.



Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft stoppen wir kurz. Weißköpfige Schwanzmeisen (Aegithalos caudatus caudatus (Typ CC)) hüpfen neben Blaumeisen in den Gebüschen neben der Straße. Ein guter Moment für einige Fotos.





Nachdem es gestern Morgen mit dem Sperlingskauz wegen des Windes (oder aus anderen uns unbekannten Gründen) nicht geklappt hat, wird ein neuer Versuch unternommen. Die Stelle ist nicht weit entfernt von unserer Unterkunft. Und es dauert nicht lange, da kommt er auch schon angeflogen und beobachtet aufmerksam die Umgebung. Ein strenger Blick gilt der neugierigen Gruppe, die mit gehörigem Abstand gegenüber am Waldrand steht und ihn anstarrt und bewundert. Nach einer Weile langweilt er sich und fängt an zu gähnen. Na ja, sein „Tagwerk“ fängt ja erst an.





Ein letzter Blick gilt dem Himmel, der in den schönsten Farben von der untergegangenen Sonne angeleuchtet wird.
