Nymphenburger Schloßpark, Schlosspark 2020
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Nymphenburger Schloßpark 8

Graureiher, Haubentauchern, Kanadagans, Gänsesäger, Eintagsfliege, Falkenlibellen und Wasserläufer.

6. Mai 2020

Früh morgens um halb 8 wieder im Park.

Nach zwei kalten und regnerischen Tagen ist es zwar noch sehr kühl, aber die Sonne scheint wieder. Gleich nach Eintritt in den Park durfte ich ein zweites Schwanenpaar, ebenfalls mit 7 Jungen, bei ihrem ersten Schwimmausflug begleiten.

Auf dem Weg zum Graureihernest lag ein Reh am Waldrand und ließ es sich gut gehen. Beim Badensee angelangt mit gutem Blick auf die mittlerweile 2 Graureihernester. Im ersten Nest sind noch immer die vier Jungvögel. Nur wenige Meter von mir landete ein Altvogel, der zu dem neuen zweiten Nest gehört, an der Biberburg. Leider kamen dann zwei Fotografen und verscheuchten den Graureiher. Er flog zurück zu seiner Geliebten, die mit dem Nestbau beschäftigt war. Und vermutlich musste er ihr zeigen, dass er wirklich nichts gefangen hat.

Als ich weiterging, spazierten eine Rehgeiß und ein Rehbock über eine Wiese.

Bei den Haubentauchern gibt es noch keinen Nachwuchs. Das Paar ist beschäftigt mit der Erhöhung des Nestes. Etwas weiter befindet sich eine kleine Kanadagansfamilie am Wegesrand.

Bei den Kaskaden angekommen, schwimmt ein Paar Gänsesäger auf der kleinen Wasserfläche. Für alle, die sich nicht so auskennen, links das Weibchen, rechts das Männchen im Brut- oder Prachtkleid. Oft werden sie mit Enten verwechselt. Gänsesäger heißen sie, weil sie mit ihrem Hakenschnabel und den Sägezähnen Fische gut festhalten können. Ein Gänsesäger frisst täglich etwa 300 g Fisch.


Weiter ging es zum Kugelweiher, wo es heute eine größere Anzahl Kleininsekten zu beobachten gab. Eine wunderschöne Eintagsfliege, eine Falkenlibellen mit einem Parasiten am rechten Vorderfuß, zwei von ca. 50.000 Blattkäfern bei der Paarung. Die Blätter und Zweige auf dem Wasser treiben schon kleine Bäumchen aus. Viele Wasserläufer, die ihren Saugrüssel senkrecht in Fliegen hineinrammen. Dann spritzen sie ein Verdauungsenzym in die Fliege, welches ihr Inneres verflüssigt. Diesen Jus de mouche schlürfen sie dann genüsslich! Auch gibt es Hechte im Teich.

Nachtrag: Das Rätselinsekt ist eine Schlammfliege, Megaloptera. Von denen gibt es nur ganz wenige in Mitteleuropa, im stehenden Wasser nur eine: Sialis lutaria, die Wasserflorfliege (der deutsche Name ist irreführend: es ist keine Florfliege). Zum Vergleich lege ich eine Schlammfliege, die Dobson Fly (Corydalus) mit riesigen Mundwerkzeugen bei, die ich in Costa Rica aufgenommen habe.

Kategorie: Nymphenburger Schloßpark, Schlosspark 2020

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Naturfotograf, Citizen Scientist Mitglied im Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) Mitglied beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mitglied der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e.V. Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.

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