Tag 4 (03.04.2022): Tallinn – Ausschlafen, Altstadt
Tag 5 (04.04.2022): Tallinn – Begegnungen
Tag 6 (05.04.2022): Rückflug nach München
Tag 4 (03.04.2022): Tallinn – Ausschlafen, Altstadt
Nach spätem Frühstück geht es zurück nach Tallinn zum Flughafen. Am Waldrand verabschiedet sich ein Rehbock, die Geiß dahinter interessiert das nicht. Sicher sind beide froh, endlich ihre Ruhe zu haben.

Mein Begleiter fliegt heute Nachmittag nach Hause und muss den Leihwagen getankt abgeben. Es sollte noch Zeit bleiben, kurz an meinem Hotel vorbeizufahren und mich abzusetzen. Aber es kommt anders. Wir erreichen Tallinn und fahren eine Tankstelle an. Und während das teure Benzin im Tank verschwindet, klingelt das Telefon und der Leihwagenvermieter teilt mit, dass mein Begleiter sich beeilen soll, den Wagen abzuliefern. Es bleibt keine Zeit mehr für mein Hotel. Also steige ich an der Tankstelle aus und denke mir, ein Taxi von hier ist billiger zum Hotel als vom Flughafen. Es dauert eine Weile, bis ich feststelle, dass ich ohne Hilfe an diesem Ort kein Taxi bekomme. Ich gehe also in den Tankstellenkiosk und frage, ob sie mir ein Taxi bestellen können. Nein, erklärt mir eine junge Verkäuferin, sie haben hier kein Telefon, ich soll mir doch ein Taxi über die Uberapp bestellen. Habe ich nicht. Immerhin gibt es kostenloses Wlan in der Tankstelle und ich lade die Uberapp herunter. Die junge Verkäuferin hilft mir, über diese App ein Taxi zu ordern. Es wird angezeigt, dass es in wenigen Minuten kommt. So geht das also in Tallinn. Nach Einchecken im Hotel besuche ich die Altstadt. Es ist ein wunderschöner Tag, strahlend blauer Himmel, nur der kalte Wind erinnert an den Winter.

Vor den Altstadtmauern spaziere ich durch den Lindaberg Park. Eine Besonderheit des kleinen Parks sind sieben seit etwa Anfang des 19. Jahrhunderts stehende Linden, die in einem Kreis angeordnet sind. Im Park wachsen 26 verschiedene Baumarten! Der Park ist auch traditioneller Gedenkort für die Opfer der sowjetischen Herrschaft. Dort befindet sich die Skulptur einer nackten, in sich verschlungenen Frau, die ihren Schmerz ausdrückt, weil sie wohl vergewaltigt wurde, ein Opfer der Gewaltherrschaft.

Ich gehe weiter außerhalb der Festungsmauern und habe eine gute Sicht auf das Schnelli Stadion

Am Rathausplatz erhält ein moderner Sklave seine neuen Anweisungen. Wolt wurde 2014 in Finnlands Hauptstadt Helsinki gegründet von Miki Kuusi, dem Macher der „Slush“, einer der wichtigsten europäischen Messen für Tech-Unternehmen, respektive ihre Gründerinnen und Gründer. Andere versuchen über mittelalterliche Verkleidung Aufmerksamkeit zu erreichen für ein gemeinsames Foto gegen Gebühr. Um 15 Uhr speise ich zu Mittag im LaPizza. Da heute Sonntag ist, ist das Lokal gut besucht. Etwas später hätte ich keinen Platz mehr bekommen.


Tag 5 (04.04.2022): Tallinn – Begegnungen
Nach langem Schlaf und ausgiebigem Frühstück unternehme ich einen kleinen Spaziergang in die Altstadt von Tallinn. Das schöne Wetter ist vorbei. Es ist kalt und es hat geregnet. Dunkle Wolken bedecken den Himmel und lassen der Sonne kaum eine Chance. Vorbei am Wehrturm Kiek in die Kök und der Aleksander-Nevskij-Kathedrale besuche ich wieder den Garten des dänischen Königs mit den Skulpturen der drei Mönche. An der Stadtmauer steht im Vordergrund der ehemalige Gefängnisturm Neitsitorn, ein mittelalterlicher Jungfrauenturm mit dem Wehrturm Kiek in de Kök sichtbar im Hintergrund. Hier kommt es zu einer netten Begegnung.






Ein alter Mann sitzt trotzdem auf einer Bank und spricht mich an. Es stellt sich heraus, dass er sehr gut Deutsch spricht und geschichtlich sehr versiert ist. Wir unterhalten uns eine Weile. Dann schenkt er mir ein deutschsprachiges Heft über Estland mit Karte von Tallin und Estland. Als Dank gebe ich ihm einen roten Euroschein. Er heißt Juri, ist 74 Jahre alt und verdient etwas Geld mit dem Verteilen von verschiedensprachigen Estlandunterlagen. Wenn ich wieder in Tallinn bin, soll ich mich bei ihm melden. Er schreibt mir seine Telefonnummer +372-58-267-900 auf einen Stadtplan. Es fängt an zu schneien und ich verabschiede mich bei ihm und wünsche ihm alles Gute.
Die Unterlagen sind zu groß für meine Taschen, also bin ich auf der Suche nach einer Tüte. Nicht weit entfernt sehe ich ein kleines Geschäft und betrete es. Es heißt Art-Souvenir und befindet sich in Pikk jalg 7, 10130 Tallinn. Der Besitzer ist ein älterer freundlicher Herr und auf meine Frage nach einer Tasche holt er eine Plastiktüte und schenkt sie mir. Unglaublich! Ich kann mich gerne umschauen und wenn ich möchte gerne wiederkommen, falls mir etwas gefällt. Als ich gehe sehe ich vor der Tür ein schwarzes T-Shirt mit einem Wolfskopf. Dass passt zu mir. Auf meine Frage, ob das alles aus China ist, klärt er mich auf. Er macht diese Aufdrucke selber. So habe ich ein passendes Souvenir aus Estland durch Zufall gefunden.
Dann geht es zurück ins Hotel. Es schneit in dicken Flocken und der Blick aus dem Hotelzimmer gibt mir einen Vorgeschmack darauf, was mich zu Hause erwartet.

Später gegen 15 Uhr gönne ich mir wieder bei LaPizza ein wunderbares Mittagessen. Hier kommt ein moderner Sklave von Bolt, holt eine Pizza ab und versucht anschließend heraus zu finden, wie er sie am schnellsten wieder loswird. Bolt ist ein estnisches Mobilitätsunternehmen, das Mietfahrzeuge, E-Scooter-Verleih, Mikromobilität, Carsharing und Lieferdienstleistungen über eine App anbietet.

Tag 6 (05.04.2022): Rückflug nach München
Nach kurzer Nacht geht es bei Regen und Matsch früh morgens um 6 Uhr zum Flughafen. Der Blick aus dem Flugzeug am Flughafen von Tallinn ist nicht sehr aufbauend. Während des Flugs steigt wieder Hoffnung auf besseres Wetter in München in mir auf. Die Landung findet aber im Regen statt. Dann noch mit dem Shuttle Richtung Gepäckausgabe. Diese Estlandreise ist damit abgeschlossen. Im Mai komme ich wieder.



