Tagesausflüge
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1. Ausflug ins Schwarzhölzl – 473 (Korrektur)

22.07.2023 Schwarzhölzl (473): Helm-Azurjungfer, Blaue Federlibellen, Gebänderte Prachtlibellen, Kleine Blaupfeile, Wespenspinne, Rote Weichkäfer, Großes Ochsenauge, Roesels Beißschrecke, Nördliche Fruchtwanze, Stieldickkopffliege, Goldzünsler, Gemeine Getreidewanze, Kreuz-Enzian, Vogel-Wicke, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Ausdauernder Lein, Landkärtchen

Das Schwarzhölzl im Norden Münchens steht schon länger auf meiner Wunschliste. Heute ist es bei schönstem Sonnenschein endlich soweit. Hier ist die sehr seltene Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) Zuhause. In Deutschland wird diese aufgrund schwindender Lebensräume in der Roten Liste derzeit als „stark gefährdet“ geführt. Die Helm-Azurjungfer ist europaweit eine der Libellenarten mit dem höchsten Schutzstatus. Sie wird im Anhang II der Berner Konvention als „streng geschützte Tierart“ und im Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU („es sind eigens Schutzgebiete auszuweisen“) geführt. Ich bin also sehr gespannt, ob ich sie zu sehen bekomme.  

Am Moosgraben schwirren viele Libellen umher. Die Männchen der Blauen Federlibellen (Platycnemis pennipes) sind überall zu sehen.

Am Wasser fliegen und rasten auch viele Männchen und Weibchen der Gebänderten Prachtlibelle (Calopteryx splendens).

Und dann habe ich ein erstes Erfolgserlebnis und bekomme ein Männchen der gesuchten Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) zu Gesicht.

Von den Großlibellen sehe ich Männchen des Kleinen Blaupfeils (Orthetrum coerulescens).

In so einer Umgebung lohnt es sich, aufmerksam in den Gräsern nach der Wespenspinne (Argiope bruennichi) zu sehen.

Überall sind Rote Weichkäfer (Rhagonycha fulva) allein auf der Suche nach einem Partner oder bereits bei der Paarung.

Ein Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) ruht im Gras. Selten ist es mit offenen Flügeln zu sehen.

Ein Weibchen der Roesels Beißschrecke (Roeseliana roeselii), kurzflügelige Form, sitzt versteckt im Gras. Ihre Legeröhre ist gut zu erkennen.

Wanzen dürfen in so einer Umgebung nicht fehlen. Gut getarnt hält sich die Nördliche Fruchtwanze (Carpocoris fuscispinus) dort auf.

Die Blüten des Echten Dosts (Origanum vulgare) werden von einer Stieldickkopffliege (Physocephala rufipes) und einem Goldzünsler (Pyrausta aurata) aufgesucht.

Ich muss schon zweimal hinschauen, um die Gemeine Getreidewanze (Eurygaster maura) zu erkennen.

Der Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata) wird bald blühen.

Die Blüten der Vogel-Wicke (Vicia cracca) ziehen den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) an.

Sehr selten und in Bayern vom Aussterben bedroht ist der Ausdauernde Lein (Linum perenne). Früher hat man aus seinen Stängeln Fasern gewonnen, die wie Flachs zu Leinen verarbeitet wurden. So steht es auf der Schautafel des LBV.

Und zum Schluß habe ich mich über einen weiteren Schmetterling gefreut, dem Landkärtchen (Araschnia levana) im Kleid der Sommergeneration. Wie heißt es beim NABU: Der Falter mit den zwei unterschiedlich aussehenden Generationen pro Jahr wurde zum „Insekt des Jahres 2023“ gewählt. Im Frühjahr sind die Schmetterlinge braunorange gefärbt. Die Sommergeneration ist schwarzbraun mit weißen Bändern und gelblichen Flecken.

Kategorie: Tagesausflüge

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Naturfotograf, Citizen Scientist Mitglied im Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) Mitglied beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mitglied der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e.V. Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.

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