Spatenbräufilz/Mooshamer Weiher
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Spatenbräufilz – 746

07.08.2026 Spatenbräufilz (746): Ockergelber Blattspanner, Hochmoor-Mosaikjungfer Schlupf, Sumpf-Heidelibelle, Schwarze Heidelibelle, Kleines Granatauge, Blaugrüne Mosaikjungfer, Mistbiene, Kaisermantel Paarung

Heute geht es wieder in das Spatenbräufilz. Dort rastet ein Ockergelber Blattspanner (Camptogramma bilineata).

Der BUND Naturschutz schreibt: „Die Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica) ist eine seltene Libellenart, was bei dem ihrem Namen entsprechenden seltenen Lebensraum auch wenig verwundert: Sie besiedelt bevorzugt Hoch- und Übergangsmoore, seltener ist sie auch an Torfstichen und Niedermooren dokumentiert.“ Das heutige Highlight ist die Beobachtung eines schlüpfenden Weibchen der Hochmoor-Mosaikjungfer bis zum Jungfernflug. Als Larve lebte sie drei bis vier Jahre im Wasser. Die ausgereifte Larve verließ in der Nacht das Wasser und kletterte an Schilfhalmen empor.

Jetzt beginnt die Häutung. Die Larvenhaut (Exuvie) reißt am Rücken des Brustabschnitts auf. Die schlüpfende Libelle zieht ihren Kopf und die Beine heraus und hängt sich frei nach hinten, um die Flügel und den Hinterleib zu strecken.

Faszinierend der feuchte grünschimmernde Kopf mit den furchtbaren Fresswerkzeugen. Gut, dass die Libelle zwar unter den Libellen eine große ist, aber wir für sie zu groß sind.

In einem nächsten Schritt schwingt sie ihren Körper nach oben und führt gleichzeitig ihren Hinterleib aus der Exuvie. Dieser Vorgang passiert innerhalb einer Sekunde. Danach ist der ganze Körper frei, sie hält sich fest an der Exuvie und an Schilfhalmen. Sie beginnt rhythmisch Hämolymphe durch den Blutdruck in den Abdomen (Hinterleib) zu pressen.

Ebenso presst sie rhythmisch Hämolymphe durch den Blutdruck in das Adersystem der Flügel, die sich dadurch langsam entfalten. Nach dem Entfalten der Flügel müssen diese und der Körper aushärten, bevor die Junge Libelle flugfähig ist.

Da dies einige Zeit in Anspruch nimmt, wird in der Zwischenzeit nachgesehen, was sich sonst noch am Moorteich zeigt. Ein Männchen der Sumpf-Heidelibelle (Sympetrum depressiusculum) rastet auf seinem Ansitz. Immer wieder startet es los, um ein Weibchen zu finden.

Bald kommt es zurück zusammen mit einem Weibchen im Paarungsrad und parkt auf dem Ansitz.

Auch einige Männchen der Schwarzen Heidelibelle (Sympetrum danae) sind wieder anwesend.

Zurück zur schlüpfenden Hochmoor-Mosaikjungfer. Bei dem Weibchen dunkelt nach dem Strecken des Körpers die weiche Haut nach und erhärtet sich zum stabilen Chitinpanzer.

Nun werden die Flugmuskeln gestärkt. Bald ist es bereit für den ersten Jungfernflug. Dieser führt es leider weit weg von der Stelle, wo der Schlupf stattgefunden hat. Der gesamte Schlupf-Vorgang dauerte ca. 2 3/4tel Stunden.

Auf dem Teich findet nun die Paarung und die Eiablage des Kleinen Granatauges (Erythromma viridulum) statt. Ungefährlich ist das nicht, denn es befinden sich auch Frösche in dem Gewässer.

Bevor ich gehe, gelingt noch ein Flugbild eines Männchens der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea). Es patroulierte an dem großen Moorgewässer.

Am Wegesrand fliegt eine Mistbiene (Eristalis tenax) die Blüten des Gewöhnlichen Wasserdost (Eupatorium cannabinum) an. Es dauert nicht lange und sie hebt wieder ab.

Zwei Kaisermäntel (Argynnis paphia) paaren sich auf einem Blatt.

Weitere Beobachtungen und Fotogeschichten sind auf meiner Webseite unter https://isegrims-fotogeschichten.de zu sehen.

Kategorie: Spatenbräufilz/Mooshamer Weiher

von

Naturfotograf, Citizen Scientist Mitglied im Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) Mitglied beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mitglied der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e.V. Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.

2 Kommentare zu “Spatenbräufilz – 746”

  1. Barbara sagt:

    Tolle Fotos 👍😍🔥👌

    1. Fritz Siegel sagt:

      Nicht nur tolle Fotos. Wenn man die Umstände berücksichtigt, wie die außergewöhnliche Hitze und eine lange Ansitzzeit von fast 3 Stunden um den Schlupf der außergewöhnlich seltenen Hochmoor-Mosaikjungfer zu dokumentieren, dann muss man Hans für seine Hingabe an diese Passion nur bewundern. Dazu kommt noch die Nachbereitung der vorzüglichen Aufnahmen, die Zu- und Einordnung der gesichteten und lebendig beschriebenen Objekte. Dabei macht Hans keinen Unterschied zwischen Insekten, Vögel, großen und kleinen Tieren und seit ein paar Jahren auch der Flora. Alles ist interessant und wird beachtet und gewürdigt.

      Hans vielen Dank dafür.

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