07.08.2022 Botanischer Garten: Taubenschwänzchen, Kaisermantel, Sechsfleck-Widderchen, Goldfliegen, Wegwespen, Stahlblauer Grillenjäger, Große Blutbiene, Große Sumpfschwebfliege, Furchenbiene, Hornisse mit Beute, Hornissennest, Steinhummel, Schwarzfühler-Hakenwespe, Glasflügelwanze Liorhyssus hyalinus, Bohrfliege Trupanea amoena, Schlupfwespe, Gelbsaum-Zierwanze, Dungfliege, Gemeine Spargelhähnchen, Bienen und Wespen
Am späten Nachmittag besuche ich den Botanischen Garten. An die Mauer des Schmuckhofs setzt sich ein Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) hin. Nur kurz, und schon ist es wieder weg.

Auf dem Weg zum Alpinum komme ich an einer wilden Wiese vorbei, auf der das Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis) in voller Blüte steht. Ein Männchen des Kaisermantels (Argynnis paphia) und einige Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae) können den Blüten nicht widerstehen und erfreuen sich am Nektar.






Hinter dem Alpinum gibt es ein Fleckchen „Garchinger Heide“. Dort ziehen die Blüten des Feld-Mannstreus (Eryngium campestre) und andere Gewächse viele Insekten an. So sind Goldfliegen (Lucilia sericata) anwesend. Es sind Schmeißfliegen, aber trotzdem schön anzusehen.

Wegwespen (Arachnospila sp.) sind zu sehen, aber schwer zu bestimmen. Auch die Grabwespe Stahlblauer Grillenjäger (Isodontia mexicana) und die Große Blutbiene (Sphecodes albilabris) sind aktiv.





Wunderschöne Zeichnungen haben die Körper vieler Schwebfliegen, hier die Große Sumpfschwebfliege (Helophilus trivittatus). Auf einer anderen Blüte des Feld-Mannstreus (Eryngium campestre) sitzt ein Männchen der Furchenbiene (Halictus), die noch zu bestimmen ist.



Eine Hornisse (Vespa crabro) überfliegt die Blüten auf der Suche nach einem unaufmerksamen Opfer und findet eine Biene. Die Steinhummel (Bombus lapidarius) ist nur am Nektar interessiert.



Ich erfahre von einem Fotografen, dass beim Spargel Spargelhähnchen zu sehen sind. Also gehe ich zur Nutzgartenabteilung. Unterwegs komme ich am Toilettenhäuschen vorbei. Oberhalb des Eingangs der Damentoilette haben Hornissen ein kunstvolles Nest gebaut. Daher ist es kein Wunder, dass ständig einige von ihnen auf der Jagd nach Nahrung unterwegs sind. Allerdings scheuen sich nun ängstliche Damen hier einzutreten, obwohl Hornissen friedlich sind, solange sie nicht gestört werden. Reine Bewunderung für ihr Nest macht sie augenscheinlich nicht aggressiv.


In der Nutzgartenabteilung suche ich den Spargel. Es ist schwieriger als man vielleicht annehmen möchte, da ich nicht genau weiß, wie ein ausgewachsener Spargel aussieht. Ich finde eine hohe, ca. 180 cm hohe Staude mit kleinen gelben Blüten. Auf dem Schild steht Spargelsalat (Lactuca sativa var. angustana). Mal sehen, was sich hier befindet. Eine Schwarzfühler-Hakenwespe (Ancistrocerus nigricornis) fliegt herbei.


Auf einigen Blättern und Stängeln sehe ich Pakete von kleinen roten Eiern. Von wem diese wohl stammen?


Auch eine Wanze kann ich ausmachen. Beim späteren Nachforschen stellt sich heraus, dass die Eier von ihr, der Glasflügelwanze Liorhyssus hyalinus (sie hat keinen deutschen Namen) stammen.


An einem Stängel sitzt eine kleine Fliege. Es ist ein Weibchen der Bohrfliege Trupanea amoena (ohne deutschen Namen). Fasziniert betrachte ich die Flügelzeichnung.

Eine leider nur sehr kurze Zwischenlandung macht eine Schlupfwespe (Ichneumonidae sp.). Trotz ihres tollen Aussehens, rote Beine und rötliche Fühler, schwarze Streifen auf dem Hinterleib, ist es zumindest mir nicht möglich, sie genauer zu bestimmen.

An einem Stängel hat ein Insekt etwas gebaut, das ich nicht näher bestimmen kann.

Während ich auf den Spargelsalat fokussiert bin, höre ich hinter mir Besucher Spargel sagen. Ich drehe mich um. Nur ein paar Meter weiter wächst der von mir nicht gefundene Spargel (Asparagus officinalis). Das Spargelkraut erinnert mich an Dill, und nur beim genauen Hinsehen entdecke ich verdeckt und zwischen dem Kraut wenige grüne Spargelspitzen in einer Höhe von ca. 150 cm. Mehr zu sehen hier: https://www.ndr.de/ratgeber/kochen/warenkunde/Spargel-So-sehen-Kraut-und-Fruechte-aus,spargel295.html
Zuerst fällt mir eine Wanze auf, was auch sonst! Es ist eine Gelbsaum-Zierwanze (Adelphocoris seticornis), sie sich über eine Spargelspitze hermacht, also Feinschmecker. Darunter ist vermutlich noch eine Wanze.


Eine winzige Dungfliege (Sphaeroceridae, Limosininae sp.) berauscht sich an dem Spargelsaft.

Aber wo befindet sich das Gemeine Spargelhähnchen (Crioceris asparagi)? Jetzt heißt es suchen. Es ist nur wenige Millimeter groß, also bei Hunger doch besser das Grillhänchen vorziehen. In Wikipedia steht unter Lebensweise: Sowohl die Käfer als auch die Larven leben an wilden und gezüchteten Spargelpflanzen und ernähren sich von ihren Blättern und dem Spross und schwächen dadurch vor allem Junganlagen. Die Tiere paaren sich im Frühsommer. Die Käfer schlüpfen im Herbst und überwintern unter Laub, Steinen, Rinde oder in den Stängeln der Spargelpflanzen. Ab August bis September können Larven einer zweiten Generation auftreten. Das was ich finde und sehe passt nicht ganz zu dem gelesenen. Auf den dünnen Zweigen des Spargelkrauts sehe ich die ersten Spargelhähnchen. Ausgewachsene Blattkäfer mit schöner farbiger Flügelzeichnung. Und was sehe ich da? Eine Paarung! Sollte die nicht im Frühjahr stattfinden? Larven, also Maden, finde ich auch nicht. Passt hier Text und Realität zusammen?



Die einzelnen Zweige des Spargelkrauts sind für Käfer und Wanzen die begehbare Infrastruktur. Auf der Autobahn krabbelt eine Gelbsaum-Zierwanze nach unten. Auf einer Nebenstraße ist ein Spargelhähnchen in gleicher Richtung unterwegs.


Leider schließt der Botanische Garten heuer sehr früh bereits um 18 Uhr. Auf dem Weg zum Ausgang komme ich an blühenden Gemüse-Artischoken „Cardy“ (Cynara scolymus) vorbei. Und hier gibt es eine Überraschung. Die Blüten sind voll mit nektarsüchtigen Bienen und Wespen.


Was für eine Wunderschöne Reise durch den Botanischen Garten München Nymphenburg.
Hat mich sehr erfreut und mir viele Informationen gegeben.
Vielen lieben Dank Hans
Bis demnächst
Vicky