Reiseberichte, Spanien
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Pyrenäen und Ebrodelta – Tag 8

05.06.22 Steppe bei Pina de Ebro, Fahrt ins Ebro-Delta

Dieser Tag bietet die größten landschaftlichen Kontraste: Abfahrt aus den Hochpyrenäen in das aride Ebrobecken, wo ich bei einem Aufenthalt in einer steppenähnlichen, extensiven Weidelandschaft (mit intensivem Lerchenkonzert) bei Pina de Ebro verschiedenartige mir noch unbekannte Insekten entdecke.

Vom Südlichen Ochsenauge (Pyronia cecilia) fliegen einige herum. Sie besuchen zur Nektaraufnahme eine Vielzahl von Blüten, zu denen Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Späte Goldrute (Solidago gigantea), Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare), Breitblättriger Thymian (Thymus pulegioides) und Faulbaum (Rhamnus frangula) gehören.

Auf einer Distel tummeln sich mehrere Rosenkäfer Protaetia cf. morio.

Unweit entfernt turnt ein junges weibliches Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima).

Fasziniert bin ich von der Dolchwespe Megascolia Bidens. Sie ist sehr groß, hat eine außergewöhnliche Färbung, ist aber nicht aggressiv. 

In so einem trockenen Gebiet ist auch die Purpur-Fruchtwanze (Carpocoris purpureipennis) zu finden.

An Blüten Nektar saugt  der Ockerbindige Samtfalter (Hipparchia semele), wie auch die Ackerwinden-Trauereule (Tyta luctuosa).

Und wieder bin ich Betrachter eines Dramas, dass sich auf einer Blüte abspielt. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die Wespe von der Krabbenspinne attackiert wird, aber das Gegenteil ist der Fall. Die Wespe ist ein Mauerspinnentöter (Sceliphron destillatorium). Sie fängt Spinnen, die sie lähmt und dann in ihre selbstgemauerten Tönnchen einträgt und ein Ei daran ablegt. Bei den Spinnen ist sie nicht wählerisch, in diesem Fall ist es eine Gehöckerte Krabbenspinne (Thomisus onustus), mit der sie davon fliegt. 

Ein dicker Brummer kommt angeflogen. Es ist eine Baumwoll-Kapseleule (Helicoverpa armigera).

Auf der Weiterfahrt sind am Himmel mehr als 100 Gänsegeier zu sehen. Durch den Mond will leider keiner fliegen.

Bei einer kleinen Rast landet ein Paraglider direkt im Café. Er muss sich erst Mal von seinem Equipment befreien. Anschließend holt er sich sein Getränk.

Bei einem Stopp am Ebrofluss fliegen zahlreich Uferschwalben an einer Steilwand. Zwei junge Uferschwalben warten auf Futter und schauen neugierig aus ihrer Bruthöhle.

An einem Nest der Haus-Feldwespe (Polistes dominula) ist viel Betrieb. Die Brut benötigt die völlige Aufmerksamkeit der Wespen. Wegen der hohen Temperatur fliegt eine Wespe auf das Nest und fächelt zur Kühlung.

Silber-Mauermiere (Paronychia argentea) wächst auf dem sandigen Boden.

Gegenüber auf einem Hügel ist eine Festung zu sehen mit der katalonischen Flagge.

Am späteren Nachmittag dann Ankunft im Ebrodelta. Auf der Fahrt zum Hotel werden in den Reisfeldern bereits u. a. Weißbartseeschwalben sowie Sichler gesichtet. In der Umgebung des Hotels beobachtet mich eine weiße Taube. Die Sichler und Graureiher haben sich schnell entfernt.

Zum Abendessen gibt es heute eine bunte und äußerst schmackhafte Vorspeise.

Kategorie: Reiseberichte, Spanien

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Naturfotograf, Citizen Scientist Mitglied im Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) Mitglied beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mitglied der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e.V. Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.

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