Spatenbräufilz/Mooshamer Weiher
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Spatenbräufilz – 744

29.07.2026 Spatenbräufilz (744): Schwarze Heidelibelle, Amerikanische Kiefernwanze, Große Königslibelle, Sumpf-Heidelibelle, Argus-Bläuling, Torf-Mosaikjungfer, Blutrote Heidelibelle, Gefleckte Smaragdlibelle, Gemeine Heidelibelle, Teichfrosch, Faulbaum-Bläuling

Ein heißer Tag im Spatenbräufilz. Die Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae) liebt saure Moorgewässer, die sich im Frühjahr schnell und stark erwärmen. Jetzt sind viele Männchen unterwegs auf der Suche nach Weibchen. Nach einem kurzen Flug kehren sie zurück auf ihren Ansitz. Sie haben eine schöne Zeichnung.

In eine Kiefer fliegt die Amerikanische Kiefernwanze (Leptoglossus occidentalis). Der NABU schreibt hierzu: „Ihre ursprüngliche Heimat liegt westlich der Rocky Mountains. Da es auch bei uns ein großes Nahrungsangebot gibt, breitet sich die Kiefernwanze immer weiter aus. Im Herbst landet sie auf der Suche nach einem Winterquartier auch häufig in unseren Wohnungen. Sie ist trotz ihrer bräunlichen Färbung ein auffälliges und im Grunde genommen sogar recht hübsch anzusehendes Tier. Wie viele andere Organismen ist sie durch menschlichen Einfluss Ende der 1990er Jahre aus ihrer nordamerikanischen Heimat nach Europa gelangt und hat in einem knappen Vierteljahrhundert weite Teile des Kontinents besiedelt.“

Die Männchen der Großen Königslibelle (Anax imperator) rasten nicht sehr häufig. Die Hitze machen vermutlich auch ihr zu schaffen.

Etwas entfernt rastet ein Männchen der Sumpf-Heidelibelle (Sympetrum depressiusculum). Der BUND Naturschutz in Bayern schreibt: „Die Bestände der Sumpf-Heidelibelle sind in den vergangenen Jahrzehnten durch Intensivierung in der Karpfenzucht und zurückgehende Überschwemmungs­flächen stark zurückgegangen. Bereits Ende der 1990er-Jahre galt sie als „stark gefährdet“ (2), in der aktuellen Roten Liste Bayern (2018) wird sie wie schon in der vorigen Ausgabe als „vom Aussterben bedroht“ (1) kategorisiert. Geeignete Schutzmaßnahmen sind neben der großflächigen Renaturierung von Feuchtgebieten die Anlage zeitweise wasserführender Mulden und deren dauerhafte Offenhaltung auf Flächen mit hohem Grundwasserstand, vorzugsweise in Gebieten mit hohen Sommerwasserständen.“

Die Blüten der Besenheide locken den Argus-Bläuling (Plebejus argus) zu sich. Der Nabu schreibt dazu: „Der Argusbläuling ist Schmetterling des Jahres 2008. Die Naturschutzstiftung des BUND NRW und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen wählten ihn aus, weil er auf bedrohte und seltener werdende Heidelandschaften, Hochmoore und Magerrasen angewiesen ist. Der auch Geißklee-Bläuling genannte Falter gilt nach der Roten Liste in Deutschland als gefährdet.“

Bei dieser großen Hitze ist in den kleinen Tümpeln wenig Bewegung von Libellen zu sehen. Also rüber zur großen Wasserfläche. Hier gelingt gleich ein Schnappschuß: Eine Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) fliegend bei der Suche nach einem Weibchen oder Nahrung. Sie ist eine typische Moorlibelle, die aber auch an anderen Gewässern, besonders im Alpenvorland und den Alpen vorkommt, mit zunehmender Stetigkeit in höheren Lagen bis 1800 Meter. Hohe Niederschläge von 800 bis 1000 mm pro Jahr und ein hoher Mooranteil sind für ihren Lebensraum maßgeblich.

An dieser Stelle halten sich die Schwarzen Heidelibellen im Schilfgras verborgen.

Bei Libellen.TV wird vermerkt: „Ein Obelisk ist ein freistehender, hoher Steinpfeiler, der sich oben verjüngt. Jetzt werden sich einige Fragen: Was hat ein Obelisk mit Libellen zu tun? Eigentlich nichts, aber… Wenn es im Sommer zur Mittagszeit richtig heiß ist und die Heidelibellen ihren Stammplatz in der prallen Sonne trotz der Hitze nicht verlassen wollen, strecken sie ihren Hinterleib in Richtung Sonne. Die Sonne kann dann nur den hinteren Teil des Abdomens aufheizen, gut zwei drittel des Abdomens werden dann vom oberen Drittel beschattet. Damit ist ein Großteil des Körpers vor der Wärmestrahlung der Sonne geschützt. Die Libelle beschattet sich mit ihrem Hinterteil quasi selbst und kann so länger in der Sonne sitzen ohne einen Hitzeschlag zu kriegen. Jetzt fragt man sich natürlich, warum fliegt die Libelle nicht einfach irgendwo in den Schatten, wenn ihr in der Sonne zu heiß ist. Ganz einfach – weil ihr im Schatten keine „gebratenen Tauben“ in den Mund fliegen! Die typische Beute von Libellen sind kleine Fliegen. Hier parkt eine Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum) in der Obeliskenstellung.

Und dann plötzlich fliegt ein Paarungsrad wild umher, ehe es sich praktischer Weise in der Nähe niederlässt. Es ist ein Paarungsrad der Gefleckten Smaragdlibelle (Somatochlora flavomaculata). Hierzu schreibt der BUND Naturschutz: „Die Gefleckte Smaragdlibelle gilt als eine Leitart für Erhalt und Pflege größerer, strukturreicher Niedermoore mit intaktem Wasserhaushalt und fortgeschrittenen, Verlandungsstadien von mittlerem Nährstoffgehalt, da sie ein typischer Komplexbiotopbewohner ist. Ein Komplexbiotopbewohner ist ein Tier, das für verschiedene Lebensphasen oder Tätigkeiten auf mehrere unterschiedliche, miteinander vernetzte Lebensräume (Biotope) angewiesen ist. Laut aktueller Roter Liste Bayern (2018) gilt die Gefleckte Smaragdlibelle als „gefährdet“ (3), für ihren Erhalt müssen die Lebensraumverluste in den Niedermooren gestoppt und dort Renaturierungs- und Wiedervernässungsmaßnahmen ergriffen werden.“

Noch einmal gelingen Flugaufnahmen von einem Männchen der schnell fliegenden Torf-Mosaikjungfer. An einer Birke rasted ein Männchen, deren Flügel in Revierkämpfen schon ziemlich mitgenommen sind.

Ebenfalls in Obeliskstellung rastet ein Männchen der nicht gefährdeten Gemeinen Heidelibelle (Sympetrum vulgatum).

Ein Teichfrosch (Pelophylax „esculentus“) wartet auf seine Chance, ein fliegendes Insekt zu fangen.

Ein Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus) holt sich Nektar bei den Blüten der Besenheide.

Dieser Teichfrosch versucht sein Glück im Wasser und verändert gerade seine Position.

Gefleckte Smaragdlibellen sind sehr schnelle Flieger. Aber auch sie müssen sich von Zeit zu Zeit ausruhen.

Weitere Beobachtungen und Fotogeschichten sind auf meiner Webseite unter https://isegrims-fotogeschichten.de zu sehen.

Kategorie: Spatenbräufilz/Mooshamer Weiher

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Naturfotograf, Citizen Scientist Mitglied im Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) Mitglied beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mitglied der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e.V. Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.

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