Nymphenburger Schloßpark, Schlosspark 2020
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Nymphenburger Schlosspark – Tagebuch

24.01.2020: Mandarinenten Impressionen


29.01.2020: Heutige Ausbeute bei kaltem Wetter: Jetzt habe ich auch ein adultes Teichhuhn erwischt. Gefreut hat mich auch die Bachstelze vor dem Schloß. Im Botanischen Garten sind Tannenmeise und Rotkehlchen zu sehen.


30.01.2020: Vor dem Schloß ein Turmfalken-Männchen beobachtet und im Park ein Teichhuhn und eine Stockente beim Trinken erwischt. Im Botanischen Garten sind jetzt Haubenmeise, Kohlmeise, Wintergoldhähnchen und Tannenmeise schön zu beobachten. Zurück im Schloßpark: Mandarinenentenpärchen und eine Rabenkrähe.


31.01.2020: Vor dem Schloß: Turmfalken Impressionen. Im Botanischen Garten eine Blaumeise fotografiert. Die Kanadagänse hatten es eilig, den Weg zu überqueren. In einem der Nebenkanäle wartet ein Barsch unterhalb der schwarzen Brücke auf Beute. Und zum Abschluß des Tages ein Eisvogel-Männchen auf seinem Ansitz.

06.02.2020: Zuerst im Park nach dem Eisvogel geschaut. Anschließend führte mich mein Weg wieder in den Botanischen Garten. An einer Koreatanne werden die Singvögel mit Fett und Körnern angelockt. Gut zu beobachten sind Wintergoldhähnchen und Tannenmeise. Unten am Boden profitiert auch eine Rötelmaus von heruntergefallenem Futter.


07.02.2020: Im Park hat sich auf den Seen teilweise eine dünne Eisschicht gebildet. So war ein Pfeifenten-Erpel ganz nahe zu betrachten. Zwei Waldkäuze sind heute zu sehen, Dacherl und der berühmte Kasimir. Am Badensee sind ruhende Graugänse und Zwergtaucher auf Nahrungssuche. Eine Rehgeiß äst im Wald. Dann geht es wieder rüber in den Botanischen Garten zur Futterstelle. Und wieder sind Tannenmeise, Rotkehlchen und mehrere Wintergoldhähnchen dort und auch die Rötelmaus kommt zu ihrem Anteil vom Futter.


08.02.2020: Graugänsen kann ich jetzt beim Balzen zusehen und Teichhühner beim Trinken. Im Botanischen Garten ein Wintergoldhähnchen. Zurück im Park: ein Mandarinen-Erpel und auch ein Eisvogel-Männchen.


09.02.2020: Wieder ist der Pfeifenten-Erpel sehr nahe am Ufer. Auch Schnatterenten sind vermehrt zu sehen. Die Kleiber sind sehr aktiv. Einen Eisvogel nennen wir Spalti wegen seines Schnabels. Rabenkrähen gibt es viele im Park. Und vor dem Schloß ruht sich eine Moorente aus.

21.02.2020: Ab Mittag im Park. Die Bläßhühner sind mit Revierkämpfen beschäftigt. Da geht es immer wild zu. Den Eisvogel habe ich länger beobachtet. Er war sehr erfolgreich beim Fischen.


25.02.2020: Morgens vor dem Park den Höckerschwänen zugeschaut. Sie sind in der Balz und beißen so manchen Konkurrenten schon mal weg. Da alles sehr schnell geht, sah ich dies erst auf den Fotos. Im Park auf dem Weg zur Badenburg saß der Mäusebussard nur wenige Meter entfernt auf einem Ast.


26.02.2020: Ab mittags im Park. Wieder ist der Eisvogel aus nächster Nähe gut zu beobachten.


16.03.2020: Es ist der erste Tag wieder in München nach dem Urlaub in Portugal. Also mal nachsehen, was sich im Nymphenburger Schloßpark tut. Ein Gartenbaumläufer bei der Futtersuche. Eisvogel und Waldkäuze haben sich rar gemacht. Im Botanischen Garten begrüßt und verzaubert mich ein Rotkehlchen mit ihrem schönen Gesang. Auch Haubenmeise und Tannenmeise sind wieder anzutreffen.


18.03.2020: Der Botanische Garten wird wegen dem Coronavirus geschlossen.


23.03.2020: Beim Beobachten vom Eisvogel habe ich auch ein entzückendes Bild eines Eisvogels mit Fisch auf der Schnabelspitze erwischt. Daneben liefen an Bäumen ein Gartenbaumläufer nach oben und ein Kleiber nach unten. Waldkauz Kanali hält Mittagsruhe.


24.03.2020: Im Park zuerst nach dem Eisvogel gesehen. Das Weibchen war erfolgreich mit einem passablen Fisch. In den Wäldern waren Eichelhäher, Schwanzmeisen, Rotkehlchen und Buntspecht zu sehen. Durch Zufall entdeckte ich eine Baumhöhle, die von Sumpfmeisen als Bruthöhle ausgesucht worden war. Witzig war, dass sie mit Moos in die Baumhöhle flog und nach einer Weile damit wieder rausflog. Hat es ihr nicht gefallen? Wer weiss das schon. Später erfuhr ich von einem anderen Fotografen, dass er Mitte Februar an dieser Höhle eine Blaumeise gesehen hat, die die Höhle begutachtet hat. An einer Futterstelle versucht auch ein Eichkätzchen seinen Anteil zu erwischen und unterhalb frisst eine Rötelmaus heruntergefallene Sonnenblumenkerne. Beim Verlassen des Parks fällt mir ein Vogel auf, der normaler Weise nicht im Park zu sehen ist. Es ist ein Schwarzkehlchen-Männchen. Das zu sehen hat mich besonders überrascht und gefreut. Es befand sich sicher auf dem Zug, vielleicht Richtung Murnauer Moos oder Chiemsee.


25.03.2020: Heute seit langem wieder den Waldkauz Pagodi gesehen. Oder ist er das gar nicht? Beim weiteren Spaziergang hätte ich beinahe das Grünspecht-Männchen übersehen, welches sich fast auf Bodennähe befand. Das Rotkehlchen erfreute mich mit ihrem Gesang und die Rötelmäuse futterten die heruntergefallenen Sonnenblumenkerne. Sie müssen aufpassen, da Mäusebussard und Waldkäuze sie besonders mögen. Aber vor allem habe ich mich auf die Sumpfmeise konzentriert. Die scheint mit Frühjahrsputz beschäftigt zu sein und entfernt das alte Moos aus der Baumhöhle.


27.03.2020: Die Waldkäuze Dacherl und Pagodi zeigten sich in ihren Baumhöhlen. Eine Gebirgsstelze suchte Futter am Uferrand und Grünspechte machten sich hoch im Gipfel der Bäume rufend bemerkbar. Heute waren viele Rehböcke und Rehgeißen zu sehen. Das milde Wetter hat sie aktiv gemacht.


28.03.2020: Bilder von früh am Morgen. Wenige Tiere: Waldkauz Pagodi, Sumpfmeise, Revierkampf zweier Stockenten-Erpel, und ein Buntspecht, der eine Spechthöhle begutachtet. Überall nur Jogger und Joggerinnen. Kein erbaulicher Spaziergang möglich.


03.04.2020: Heute waren wieder viele Rehe zu sehen. Im Park die ersten c-Falter, Admiral und Diestelfalter gesehen. Ein Gartenbaumläufer, eine Biene die auf Pauls Jacke gelandet ist, zwei Graureiher (einer unten, einer rechts oben), ein Kolbenentenpaar, Froschlaich, eine Schwanzmeise, und der Waldkauz Resi1, den ich schon länger nicht mehr erblickt habe, konnten beobachtet werden. Die Polizei fährt durch den Park und kontrolliert, ob die Corona-Maßnahmen eingehalten werden.


07.04.2020: Im Park am Pan-Brunnen, der wieder ohne Winterverschalung zu sehen ist, nach den Eisvögeln gesehen. Dann bei den Sumpfmeisen vorbeigeschaut. Sie sind noch da. Am Vogelfutterplatz ein Buchfinkenpärchen. Buchfinken sind derzeit überall im Park zu sehen. Der Kleiber hat nachgesehen, ob noch was da ist. Endlich ist Waldkauz Michaela wieder zu sehen. Oder ist das Kasimir? Im Pagodensee sah ich viele Graskarpfen. Am Schluss des Spaziergangs kam nochmal grosse Freude auf. Am Freitag an der Isar sah ich den ersten Aurorafalter, nun meinen zweiten Im Park verweilend an einer Blume.


09.04.2020: Morgens wieder im Nymphenburger Schloßpark auf Pirsch gegangen und mit überraschendem Erfolg. Eine Wachholderdrossel begrüßt mich am Eingang. Wie schon im letzten Jahr hat sich ein Graureiherpaar wieder ein Nest gebaut. Mal sehen, ob der Nachwuchs wieder aus fünf kleinen besteht. Seit gestern Nachmittag zeigen sich viele rivalisierende Erdkröten Männchen beim gleichzeitigen Versuch der Begattung. An anderen Stellen waren ausruhende, erschöpfte oder in Wartestellung befindliche mit unterschiedlichem Gewand zu sehen. Ein Streifenganspaar hat auch wieder in den Park gefunden. Der Pfeifenten-Erpel ist schon den ganzen Winter über im Park und sucht ein Weibchen – in Ermangelung eines Pfeifenten Weibchen möchte er ein Stockenten Weibchen lieben. Das finden die Stockenten gar nicht lustig, haben sie doch selber Mangel. Später verjagt ein Blässhuhn den Pfeifenten Erpel, aber dieser gibt nicht auf und pfeift was das Zeug hält. Sein angebetetes Stockenten-Weibchen hat ihn (noch) nicht erhört. Auch die Kolbenenten-Erpel haben ein Problem. Mehr als 5 Erpel, aber nur ein Weibchen. Am Ende meines heutigen Spazierganges hatte ich noch das Glück, vor dem Schloß die Balz und Paarung eines Höckerschwanenpaares beobachten zu dürfen. Graziös sind sie vor und nach dem Akt.

10.04.2020: Heute Morgen machte ich wieder einen Spaziergang im Schloßpark. Unglaublich, jeder Besuch bringt neue Überraschungen. Schön war das Balzverhalten der Kanadagänse zu beobachten. Nach erfolgreichem Vertreiben eines anderen männlichen Konkurrenten zeigt das Männchen ein Triumphverhalten durch lautes Rufen, in welches das Weibchen einstimmt. Sieht gut aus für den Ganter. Die ersten Graugänse mit 2 Gösseln gesehen. Auch die Nonnengänse balzten. In einem großen alten Baum mit mehreren alten Spechthöhlen, eine davon sieht etwas neuer aus, mal sehen ob hier Buntspechte einziehen, haben Stare sich eine Höhle ausgesucht. Fantastisch der Einflug. Sie fliegen scheinbar direkt in die Höhle. Nur beim genauen Hinsehen kann ich erkennen, dass sie sich kurz vor dem Einflug mit beiden Beinen am Höhlenrand abstützen. Beim Verlassen geht es geschwind nach oben auf einen der Äste. Gleich daneben putzen sich Stieglitze. Und unten an einem Baumstamm daneben, hängt ein Nistkasten, wofür sich Blaumeisen entschieden haben. Kolbenenten, drei Erpel und ein Weibchen, unternehmen mehrere Rundflüge über die Seen im Park. Vielleicht handelt es sich um einen Flugwettbewerb um das Weibchen zu beeindrucken. Und auf dem See macht sich ein einsamer Haubentaucher bereit für mehrere Tauchgänge. Später schwimmt ein Kolbenentenpärchen ganz entspannt Richtung Ufer. Als sich ein weiterer Erpel nähert, gibt das Weibchen ihrem Partner zu verstehen, dass es nur mit ihm wolle. Gemeinsam geht es weiter. Kurz vor dem Verlassen des Parks gab es noch eine Überraschung. Nur wenige Meter vom Hauptweg sah ich noch entspannte Rehe. Die Rehgeiß ruhte sich aus während ihr Junges, ein Rehbock, äste. Verabschieden tat ich mich beim Waldkauz Kanali.


11.04.2020: Früh am Morgen habe ich mich zuerst wieder an die Stelle mit der Starenhöhle begeben. Es herrscht ständiger Ein- und Ausflug. Zwischendurch überquert eine Rohrweihe den Park. Ein Blässhuhn hat etwas zum Fressen gefunden und aufgeknackt. Ist es eine Walnuss oder Muschel? Die Haubentaucher arbeiten noch am Aufbau ihres Nestes. Daneben kommt es während der Balz zur Begattung. Eine Graugansfamilie mit 7 Gösseln macht einen ersten Ausflug. Mal sehen, wie viele das Erwachsenenalter erreichen.


12.04.2020: Wieder früh morgens in den Park. Der Frühling ist voll im Gange. Schlüsselblumen auf den Wiesen, die Bäume bekommen ihre Blätter. Es geht jetzt alles in großer Eile voran. Nur regnen müsste es jetzt. Sumpfmeisen, Blaumeisen, Kleiber und Stare bereiten ihre Baumhöhlen für die Brut vor. Zuerst zu den Staren, die immer noch große Aktivität zeigen. Dann ein Blick zu den Haubentauchern. Sie sind noch mit der Balz und Paarung beschäftigt. Am Nest wird weiter gebaut. Als eine Rabenkrähe stört, wird sie ausgeschimpft. Weitere Graugänse haben Nachwuchs und schützen die Gösseln unter dem Federkleid vor der Kälte. Haben die Graureiher schon Nachwuchs? Dann beginnt die Suche nach Ästlingen. Leider erfolglos. Die Waldkäuze Dacherl und Pagodi sind bereits außerhalb ihrer Baumhöhlen, gut versteckt in den Mistelzweigen. Vor dem Schloß balzen einige Schwanenpaare. Und immer wieder kommt es zu Revierkämpfen. Höckerschwäne sitzen bereits im Nest auf ihren Eiern. In einem der Nester sind 4 Eier zu sehen.


13.04.2020: Zuerst ein Blick auf den Baum, in dessen Höhle der Waldkauz Kanali sitzt. Lustig, immer mehr Stockentenweibchen sind hoch in den Bäumen zu sehen. Suchen sie eine Bruthöhle oder genießen sie die bessere Aussicht? Ein kleiner Spaziergang zur Sumpfmeisenhöhle. Sie begrüßt mich mit Gesang. Mit Spannung werden die jungen Waldkäuze erwartet. Beide Altkäuze befinden sich wieder im Baum bei den Misteln und haben sich in eine gute Beobachtungsposition begeben. Hier werden wir bald etwas zu sehen bekommen. Die vielen Rehe im Park lassen sich auch durch den Ansturm der Osterspaziergänger und Jogger nicht stören.

14.04.2020: Es ist bitter kalt. Als ich um 7 Uhr 40 ankam, graste eine Gruppe Rehe auf der Wiese. Ein sehr schöner Moment. Es ist eine Ricke mit ihren beiden Kitzen vom letzten Jahr. Jung fegt zuletzt und verfärbt zuerst. Das Haarkleid wird bei alten Rehen spät gewechselt. Eines der Kitze ist der Bock. Man spricht dann von einem Jährling. Bei ihm und seiner Schwester kann man schon die braune Sommerdecke erkennen. Die grauen Winterhaare verschwinden. Mit diesen polstern Meisen ihr Nest aus. In der Kälte habe ich bis kurz vor 10 Uhr gewartet, um zu sehen, wo die beiden Waldkäuze (Pagodi und Dacherl) ausfliegen. Es war aber zu kalt, vermutlich blieben sie in den Höhlen und wärmten ihre Jungen. Anschließend habe ich einen Habichtshorst gefunden – schlechte Lichtverhältnisse und schlechte Einsicht. Aber immerhin beide Habichte am Horst. Sie sind noch mit dem Ausbau des Horstes beschäftigt. Beim Waldkauz Michaela müssten auch bald die Jungen zu sehen sein. Ein Liebespaar: Die Graugans und die Kanadagans sind schon lange zusammen. Immer wieder sind Buntspechte zu sehen. Die ersten Rauchschwalben sind vor dem Schloß eingetroffen.


15.04.2020: Wieder früh in den Park gefahren. Es ist kalt und windig. Die Graugänse mit ihren Gösseln weiden am Kanalufer und benützen auch schon mal den Gehweg. Auf der anderen Seite gibt es immer das bessere Futter. Den Habicht heute im Wald fliegen gesehen.


16.04.2020: Schon vor halb acht Uhr im Park. Zuerst ein Blick auf die Graugänse mit ihren Gösseln. Dann nachgesehen, ob die Ästlinge der Waldkäuze zu sehen sind. Heute wo es wieder wärmer ist, sitzen die beiden Altvögel wieder zusammen auf einem Baum weit oben hinter Mistelzweigen verborgen. Von den Ästlingen keine Spur. Beim Habicht ist im Nest wenig Bewegung zu sehen, allerdings oben in den Bäumen sitzt einer, der von Eichelhähern und Rabenkrähen immer wieder gejagt wird. Und im nahen Wald äst ein junger Rehbock.
Im Schloßkanal sind viele Karpfen zu sehen. Ein Stockenten-Erpel sucht immer wieder nach Brauchbarem im Schwanennest, in dem sich 4 Eier befinden. Wirklich wegscheuchen lässt er sich nicht. Der Schwan baut sein Nest immer wieder um und wendet die Eier in die neue Position. Bin gespannt, wann die Küken aus den Eiern schlüpfen.
Die große Überraschung war dann das Streifengans-Paar. Diesmal konnte ich es auf großer Nähe beobachten.

17.04.2020: Bereits um 7 Uhr 15 im Park. Die Gänse verlieren immer mehr Gössel. Im Park gibt es Marder, Fuchs, Rabenkrähen, Mittelmeermöwen, Sperber und Habicht, und alle haben Hunger. Die zwei Rehkitze fressen Moos von einem vermoderten Baumstamm. Die Haubentaucher haben schon mindestens ein Ei gelegt. Das wird schön, wenn der Nachwuchs sich zeigt.
Alle warten noch immer auf die jungen Waldkäuze. Einer der beiden Eltern, Pagodi, wird von Rabenkrähen aus seinem Mistelversteck vertrieben und flüchtet sich in seine Baumhöhle. Diese hatte vorher schon ein Stockenten-Weibchen als mögliche Bruthöhle besichtigt und nicht für geeignet angesehen. Nach einiger Zeit kommt Pagodi wieder vorsichtig zum Vorschein und schaut sich erst einmal um, ob die Luft rein ist. Er macht sich ganz groß und sonnt sich in der Sonne. Dann setzt er sich auf den Ast vor seiner Höhle. Eine Rabenkrähe macht wieder einen Angriff und mit Schwung ist er wieder in der Baumhöhle und alles fängt von vorne an.
Bei der derzeitigen Wärme kommen die Ringelnattern zum Vorschein. Sie hängen an Ästen oder unter der Rotwangen-Schmuckschildkröte, oder zwischen den Schildkröten.
Waldkauz Michaela sitzt wieder vor seiner Höhle. Viele sind der Meinung, dass es sich um Kasimir handelt. Beim Rückweg mache ich noch einmal beim Pagodi halt. Er sitht jetzt auf einem Baum gegenüber dem Gehweg und ist durch die Blätter nur noch schwer zu sehen.


20.04.2020: Wieder um 7 Uhr 15 im Park. Die Graugansfamilie mit ihren Gösseln ist schon unterwegs auf Futtersuche. Ein Stockentenerpel ist vom Aussehen her eine Hybride Ente. Von wem wurde er gezeugt? Das Rotkehlchen war nicht scheu und verharrte auf dem Ast eine ganze Weile. Am Pagodensee fing ein Schwanenpaar an ihr Nest zu bauen. Dazu reißen sie alles an altem Schilf raus und bauen sich damit einen Wall. Das geht alles bequem sitzend und oft sogar synchron.


21.04.2020: Heute um 8 Uhr habe ich wieder den Park besucht. Es ist kühl und sehr windig. Beim Eintritt in den Park begrüßt mich eine Rauchschwalbe. Sieht nach einer erfolgreichen Pirsch aus. Die zwei Höckerschwäne am Pagodensee sind fleißig am Bau ihres großen Nestes. Noch ist das dafür erforderliche Baumaterial in Sitznähe, auch wenn sie sich schon sehr strecken müssen. Aber dafür haben sie vermutlich ihre langen Hälse. Im Nest der Graureiher gibt es Nachwuchs. Es sollen schon vier Jungvögel gesehen worden sein. Auch eine Ente schaut nach was sich im Nest tut. Wie in jedem Jahr sind auch wieder die Mittelmeermöwen da. Oft rasten sie oberhalb des Graureihernestes in der obersten Etage. Beliebt ist auch eine Wurzel nahe am See. Während ich die Graureiher und Mittelmeermöwen beobachte, schwimmt ein Blässhuhn in meine Nähe und auf der anderen Seite am Weg balzen Nonnengänse. Anschließend habe ich bei den Sumpfmeisen nachgesehen. Es wird schon gefüttert. Auch die Haubentaucher sind aktiv beim Fischfang. Der Höhepunkt war allerdings heute die Sichtung eines Trauerschnäppermännchens. Toll, was es immer wieder neues zu sehen gibt.


22.04.2020: Heute ging ich erst am frühen Nachmittag in den Park und ging zum Kugelweiher. Ich wollte die Ringelnattern fotografieren. Zuerst waren nur einzelne und kleine zu sehen. Etwas später sonnten sich auf einem größeren Ast mehrere, auch große Ringelnattern. Es schwammen auch ein Kolbenenten-Pärchen und ein Kolbenenten-Erpel auf dem Weiher. Nach einer Weile kam es zur Paarung. Der Störerpel ist saulästig. Er versucht alles, das Pärchen zu stören und zwickte dem anderen Erpel immer in die Backe – aber erfolglos. Nach der Paarung wurde erst einmal eine Waschung vorgenommen. Pagodi saß wieder auf einem Baum gegenüber seiner Höhle. Von den Ästlingen war noch immer nichts zu sehen.


23.04.2020: Nach dem Mittagessen war wieder ein Besuch im Park angesagt. Beim Haupteingang sind die Spikes auf den Mauervorsprüngen entfernt worden und die Rauchschwalben haben sofort die Gelegenheit genutzt, sich dort auszuruhen und an ihren Nestern zu bauen. Waldkauz Martin saß vor seiner Höhle. Auf der Suche nach den Ästlingen wurde ich nicht fündig. Aber an einem der Bäume war eine Spechthöhle, die einer Familie Eichkätzchen anstelle eines Kobels dient. Die Jungen waren noch sehr vorsichtig, an der Baumrinde nicht abzurutschen. Während ich die Sumpfmeisen-Baumhöhle beobachtete, stand plötzlich ein Rehbock auf dem Weg, der genauso überrascht war wie ich. Nach einer kleinen Weile sprang er hüpfend durch den Wald von dannen. Und kurz vor Verlassen des Parks flog ein Turmfalken Männchen auf einen blühenden Kastanienbaum.


24.04.2020: Nachmittags wieder im Schloßpark. Von den Ringelnattern sonnt sich noch eine Große am Pagodensee. Schöne Spiegelungen im Wasser. Auch ein Pferd ruht sich auf einer Parkbank aus. Weiter geht es zum Waldkauz Michaela. Nicht weit entfernt befindet sich eine Kanadagansfamilie mit 8 Gösseln. An der Eichkätzchen-Baumhöhle klettern die Kleinen ganz vorsichtig und erkunden ihre Umgebung. Berittene Polizistinnen kontrollieren im Park. Der Wind bläst immer wieder große Staubwolken von den trockenen Wegen auf. Waldkauz Kanali ruht in seiner zweiten Baumhöhle aus, wo er Martin genannt wird. Der einzige Waldkauz im Park mit Vor- und Zuname. Für die Enten ist jetzt eine gute Zeit. Auf dem Wasser schwimmen viele Insekten und sind mühelos zu ergattern. Vor dem Schloß ist ein großer Trupp Stare auf Nahrungssuche.


25.04.2020: Heute ging es wieder einmal früh um 7 Uhr 30 in den Park. Vor dem Schloß wurden die Wiesen und Blumen mit Sprenklern gewässert. Auch die Rauchschwalben profitieren von der Bewässerung, denn jetzt ist ihr Baumaterial in der richtigen Konsistenz vorhanden. Ständig flogen sie das Material zum Schloßeingang, um dort die neuen Nester zu bauen. Die Haubentaucher brüten noch. Bin gespannt, wann die Kleinen zu sehen sind. Auch bei dem Graureihernest habe ich nachgesehen. Die Jungen sind schnell größer geworden und sind jetzt leichter zu sehen. Es sind vier. Über dem Nest wachte der Altvogel und war immer startbereit, wenn Krähen zu aufdringlich wurden. Ein weiteres Paar Kanadagänse machte einen Ausflug mit 7 Gösseln.


27.04.2020: Aufgrund der starken Bewölkung ging ich erst am späteren Vormittag in den Park. Beim Badensee entdeckte ich ein Stockentenpaar mit 10 Küken. Zwei Nonnengänse machten ständig jagt auf das Stockenten-Weibchen. Für die Küken bedeutete das großen Stress. Sie mussten immer blitzschnell mit der Mama flüchten, im Wasser – aus dem Wasser – usw. Obwohl ich die Nonnengänse mehrmals kräftig ausschimpfte, hörten sie mit dem Jagen oder Vertreiben nicht auf.
Dann ging ich zum Kugelweiher. Unterwegs eine Winkelspinne auf dem Weg. Am Weiher sind keine Ringelnattern zu sehen, aber die ersten Libellen: Gemeine Winterlibelle und Frühe Adonislibelle. Auch hier im Schilf eine Bergstreckerspinne (Tetragnatha montana) und eine Köcherfliege. Und dann die große Überraschung: ein Falkenlibellen-Männchen (Cordulia aenea) (auch Gemeine Smaragdlibelle genannt), frisch geschlüpft und nun beim Aushärten der Flügel. Die Larvenhaut ist unterhalb zu sehen. Auf dem Weiher konnte ich auch einen Wasserläufer beobachten, der ein kleines Insekt erbeutet hat, dessen Flügel noch zu sehen sind.


28.04.2020: Heute wieder früh morgens den Park besucht. Von den jungen Waldkäuzen noch immer keine Spur. Es sieht so aus, als ob wir dieses Jahr keine zu sehen bekommen. Die jungen Graureiher sind bald so groß, dass sie im Nest stehen müssen, zum Liegen ist kein Platz mehr. Am Kugelweiher waren Eichelhäher dabei, Material für das Nest zu sammeln. Bei der Durchsicht des Schilfgürtels entdeckte ich eine Falkenlibelle gegen Ende des letzten Larvenstadiums, die das Wasser verlassen hat, um sich im Schilf zum Schlupf senkrecht fest zu verankern. Was dabei herauskommt, gab es am Vortag zu sehen. Auch einen weiteren Falter habe ich gefunden, eine Zackeneule (Scoliopteryx libatrix). Zum Schluß noch ein Suchbild. Wer findet das gesuchte Objekt?


29.04.2020: Heute ging es erst am späten Nachmittag in den Park, als der Regen aufgehört hat. Am Kugelweiher waren Köcherfliegen zu sehen. Die Haubentaucher am Badensee brüten noch. Ein Graureiher Altvogel wacht über das Nest mit dem Nachwuchs. Rauchschwalben ruhen sich schon mal auf dem Parkschild für Schwerbehinderte aus. Und zu guter Letzt wendet die Schwänin eines der 4 Eier im Nest.


30.04.2020: Heute morgen früh gestartet, da kein Regen in Sicht. Am Pagodensee brütet die Schwänin, während der Schwan Material aus dem See holt und an anderer Stelle wieder versenkt. Vermutlich hat er Übungen von seiner Schwänin verordnet bekommen. Während sie brütet, soll er nicht untätig faulenzen. Am Kugelweiher beobachtete ich den Schlupf der Falkenlibelle. Die Larve ist an ihren ungewöhnlich langen Beinen und einem breiten und abgeflachten Abdomen leicht zu erkennen. Ihr Lebensraum sind bis zu 1 Meter tiefe Gewässerabschnitte, in welchen sie sich mit ihren langen Beinen an submerser Vegetation verankern und dort versteckt auf Beutetiere lauern. Zum Schlupf klettert sie auf nahe am Uferrand vorhandene Binsenvegetation, Brennnesseln und Farne zur letzten Häutung. Ich habe gelesen, sie schlüpft zwischen 7 bis etwa 10 Uhr. Meine begann um 5 vor 10 Uhr, gerade noch rechtzeitig. Während der Beobachtung des Schlupfes waren Buntspechte aktiv, eine wunderschöne kleine Spinne im Schilf und ein 2mm großer blauer Käfer. Bei der Spinne handelt es sich um eine Bergstreckerspinne (Tetragnatha montana). Mit einem Plumps fielen zwei sich paarende Fliegen auf den Boden. Ja, es ist Frühjahr! Ein etwas zerrupfter Mäusebussard kreiste am immer mehr bewölkten Himmel. Dann wurde es Zeit nach Hause zu gehen. Unterwegs schaute noch ein Reh aus dem ergrünten Wald. Am Parkplatz vor dem Schloß angekommen, gab es in der Nähe Nachwuchs: sechs junge Höckerschwäne. Am Nachmittag wurde mir berichtet, dass drei Falkenlibellen nach dem Schlupf den Tag nicht überlebten. 2 wurden Opfer von Spinnen, die dritte konnte aufgrund des Windes ihre Flügel nicht in der vorgesehenen Weise härten.


01.05.2020: Wieder früh in den Park gegangen. Es ist bewölkt und kühl. Vor dem Schloß jagen Rauchschwalben, die sich zwischendurch ausruhen. Die Schwanin mit den 4 Eiern im Nest putzt sich. Bei der Badenburg ruht sich die Graugans Stony aus. Der Name kommt daher, dass sie sehr hell ist wie stonewashed. Im Haubentauchernest gibt es noch keinen Nachwuchs. Am Kugelweiher war außer einem Tausendfüßler nichts Besonderes – es ist zu kalt heute. Als es zu regnen anfängt geht es zurück zum Parkplatz. Dort angekommen hat der Regen mittlerweile aufgehört. Ein Blick zum Schwanennest offenbart, dass ein weiteres Junges geschlüpft ist. Es sind jetzt sieben. Und dann lockt die Schwanin ihre Jungen zu einem ersten Schwimmausflug. Die kleinen sind mutig und eines nach dem andern stürzt sich ins Wasser. Um wieder an Land zu kommen, wurde eine Rampe gebaut.


03.05.2020: Bereits um halb 8 Uhr im Park. Der Himmel ist bewölkt, es ist kalt, obwohl zwischendurch die Sonne scheint. Im Graureihernest beim Badensee gibt es Bewegung. Gerade ist ein Altvogel ins Nest geflogen. Die vier Jungen betteln um Futter. Jetzt gilt es die Aufmerksamkeit des Altvogels zu bekommen. Das linke Junge kennt scheinbar alle Tricks und ergattert am meisten. Aufgrund des vielen Regens steigt der Wasserspiegel. Die Haubentaucher müssen jetzt schnellstens ihre Nester erhöhen, sonst geht die Brut verloren und sie müssen wieder von vorne anfangen. Das passiert leider oft. Im Habichtsnest wird noch gebrütet. Das ist ein gutes Zeichen. Letztes Jahr haben sie mit dem Brüten nach ein paar regenreichen nasskalten Tagen aufgehört und das Nest verlassen. Vor dem Schloß rüttelt ein Turmfalke über einer Wiese vor weißen Wolken. Und die Schwanenfamilie macht wieder einen kleinen Ausflug.

06.05.20: Früh morgens um halb 8 wieder im Park. Nach zwei kalten und regnerischen Tagen ist es zwar noch sehr kühl, aber die Sonne scheint wieder. Gleich nach Eintritt in den Park durfte ich ein zweites Schwanenpaar, ebenfalls mit 7 Jungen, bei ihrem ersten Schwimmausflug begleiten. Auf dem Weg zum Graureihernest lag ein Reh am Waldrand und ließ es sich gut gehen. Beim Badensee angelangt mit gutem Blick auf die mittlerweile 2 Graureihernester. Im ersten Nest sind noch immer die vier Jungvögel. Nur wenige Meter von mir landete ein Altvogel, der zu dem neuen zweiten Nest gehört, an der Biberburg. Leider kamen dann zwei Fotografen und verscheuchten den Graureiher. Er flog zurück zu seiner Geliebten, die mit dem Nestbau beschäftigt war. Und vermutlich musste er ihr zeigen, dass er wirklich nichts gefangen hat. Als ich weiterging, spazierten eine Rehgeiß und ein Rehbock über eine Wiese. Bei den Haubentauchern gibt es noch keinen Nachwuchs. Das Paar ist beschäftigt mit der Erhöhung des Nestes. Etwas weiter befindet sich eine kleine Kanadagansfamilie am Wegesrand. Bei den Kaskaden angekommen, schwimmt ein Paar Gänsesäger auf der kleinen Wasserfläche. Für alle, die sich nicht so auskennen, links das Weibchen, rechts das Männchen im Brut- oder Prachtkleid. Oft werden sie mit Enten verwechselt. Gänsesäger heißen sie, weil sie mit ihrem Hakenschnabel und den Sägezähnen Fische gut festhalten können. Ein Gänsesäger frisst täglich etwa 300 g Fisch.
Weiter ging es zum Kugelweiher, wo es heute eine größere Anzahl Kleininsekten zu beobachten gab. Eine wunderschöne Eintagsfliege, eine Falkenlibellen mit einem Parasiten am rechten Vorderfuß, zwei von ca. 50.000 Blattkäfern bei der Paarung. Die Blätter und Zweige auf dem Wasser treiben schon kleine Bäumchen aus. Viele Wasserläufer, die ihren Saugrüssel senkrecht in Fliegen hineinrammen. Dann spritzen sie ein Verdauungsenzym in die Fliege, welches ihr Inneres verflüssigt. Diesen Jus de mouche schlürfen sie dann genüsslich! Auch gibt es Hechte im Teich.

07.05.2020: Wieder früh morgens im Park. Vor dem Schloß schlafen die Höckerschwan-Jungen noch. Anschließend die übliche Runde durch den Park, das Ziel war heute vorrangig die Insektenwelt am Kugelweiher zu betrachten. Im Schilf sind viele Bergstreckerspinnen, Köcherfliegen, Blattkäfer, Schweb- und Tanzfliegen und kleine Schnecken. Auf einem Busch setzte sich ein Weißling. Einer Falkenlibelle habe ich nach dem Schlupf geholfen, in dem ich sie vom Boden auf einen Baum gesetzt habe, wo sie ihre Flügel besser geschützt härten konnte. Auch Winterlibellen bei der Paarung waren zu sehen. Im Weiher sind auch Hechte. Und auf einem Weidenblatt befand sich ein Geleckter Weidenblattkäfer. Um 14 Uhr war dann eine zweite Runde durch den Park angesagt. Interessant fand ich den hölzernen Widder. Waldkauz Michaela sitzt wieder vor seiner Baumhöhle, die Krallen gut sichtbar. Vor dem Verlassen des Parks rastete ein C-Falter. Sehr viele davon habe ich heuer noch nicht gesehen.

08.05.2020: Bis 25 Grad warm, da wird es lebendig am Kugelweiher: Libellen, Ringelnattern und Frösche. Auf meinem Weg in den Park kommt mir ein schnell laufender hübscher Weichkäfer entgegen, der keinen deutschen Namen hat und Cantharis rustica genannt wird. Am Badensee wird von Graureihern gerade ein drittes Nest gebaut. Am Kugelweiher angekommen, konnte gleich beobachtet werden, wie eine Bergstreckerspinne eine Fliege aussaugt. Gut für uns, dass die Spinne nur eine Körperlänge von 10-12mm hat. Viele Libellen jagen über das Wasser und bleiben manchmal in der Luft „stehen“. Eine gute Gelegenheit für Flugbilder. Ein Xerolycosa miniata Weibchen aus der Gattung der Wolfsspinnen, die bei der Jagd jede Deckung nutzt. Am gegenüberliegenden Ufer wärmt sich eine Ringelnatter auf einem verrottenden Baumstamm mit schöner Spiegelung im Wasser. Eine kleinere überquert den Weiher. Nicht nur Ringelnattern sind hier zu Hause, sondern auch deren liebste Mahlzeit: Seefrösche, Kleine Wasserfrösche und deren Hybridform, den Teichfröschen. Zu Beginn war nur ein großer Seefrosch zu sehen. Aber plötzlich tauchten mehr und mehr Frösche auf und begannen Musik zu machen, also zu quaken. Beim Verlassen des Parks treffe ich wieder das erste Schwanenpaar mit seinen 7 Jungen und kann beobachten, wie sie vom Wasser wieder an Land kommen. Kurz vor der Aufstiegshilfe nehmen einige der Kleinen noch ein Bad. Um 14 Uhr den Park verlassen.
Gegen 19 Uhr erneut im Park auf der Suche nach Waldkauzästlingen. Zwar Stimmen gehört, aber keine Ästlinge gesehen. Ist das ein Schweinskopf, der einem am Baumstamm anschaut?

09.05.2020: Ab 14 Uhr im Park. Am Kugelweiher zu sehen gibt es: Gemeine Winterlibelle bei der Paarung, Prachtlibelle, Hufeisen-Azurjungfer und Vierfleck, eine Hornisse, die immer wieder den Weiher aufsucht, quakende Frösche, Paarung der Wasserläufer auf einer toten Großlibelle. Zum ersten Mal sehe ich das dritte Schwanenpaar mit ebenfalls 7 Jungen am hinteren Ende des Badensees. Es gibt also dieses Jahr 3 Schwanenpaare mit jeweils 7 Jungen – unglaublich. Eines der Jungen lässt sich von der Mutter mitnehmen. Parallel dazu ist die Paarung des Graureiherpaares im dritten Nest zu beobachten. Am Ende bringt das Männchen noch einen Zweig, der gemeinsam zur Erweiterung des Nestes eingebracht wird.
Am Abend wieder erfolglose Suche nach Waldkauzästlingen.

10.05.2020: Gegen Abend in den Park gefahren um Waldkauzästlinge zu finden. Der Eichelhäher hat es schon angezeigt, wo sie sein könnten. Das Laub ist bereits sehr dicht. Es ist eine Herausforderung, eine Stelle zu finden, von der aus eines der Ästlinge oder der in der Nähe aufpassende Altvogel zu sehen sind.

11.05.2020: Das dritte Höckerschwanenpaar machte bei beginnenden Regen Rast am Ufer des Badensees. Etwas weiter war der am Freitag geschlüpfte erste Nonnengansnachwuchs, es sind 4 Gössel. Auch Kormorane im Prachtkleid haben sich wieder eingefunden. Und dann ging es wieder zu dem Bereich der Ästlinge und die Suche nach ihnen. Schnell wurde ich fündig. Die Lichtverhältnisse waren akzeptabel, auch wenn es nicht immer einfach war, den Altkauz und die Ästlinge ausfindig zu machen bei sehr dichtem Laubwerk. Im Park gibt es auch viel Totholz, wo Pilze gut gedeihen. Im Wald neben dem Weg zum Kugelweiher äst ein Reh und lässt sich nicht stören. Am Weiher war es Wetter bedingt ruhig, aber wie immer gab es viel Kleingetier im Schilf. Diesmal eine Wiesenschnake.

12.05.2020: Erst ab 14 Uhr ist der Parkbesuch angesagt. Es ist kühl und hat am Vormittag geregnet. Im ersten Graureihernest stärken sich die Jungen bereits ihre Flugkraft, zumindest das Älteste. Am Waldrand rasten zwei Rehe. Im dritten Nest der Graureiher herrscht friedliches Beisammensein. Die beiden Ästlinge zeigen ihr Desinteresse an weiteren Ablichtungen. Das erste Höckerschwanenpaar beim Ausflug mit noch immer 7 Jungschwänen. Eine Straßentaube mit interessantem Gefieder.  

14.05.2020: Wieder am Nachmittag den Park besucht. Wieder am Nachmittag den Park besucht. Am Abluß des Badenburger Sees zupfte die Schwänin des dritten Geleges Blätter von den Sträuchern am Bachufer. Bei den Haubentauchern ist der lang ersehnte Nachwuchs am Gelege sichtbar. Ein Daunenküken wird von den Eltern begrüßt. Allerdings ist es nicht der ruhigste Platz und die Eltern müssen immer wieder Störenfriede vertreiben. Kaum zeigt sich das Daunenküken, schreit es auch schon nach Futter. Bei der Großen Kaskade macht es sich das Gänsesägerpärchen bequem unter dem Schutz der Figur der Donau, im Hintergrund die Figur der Isar. Dort ist der Brutvorgang eines vierten Schwanenpaares beendet. Mit ihren 5 Jungen ist die Schwänin zu einem ersten Ausflug unterwegs. Als sich eine Rabenkrähe in der Nähe niedersetzt und auf die Jungen spitzt, wird die Schwänin sauer und vertreibt sie. Beim Verlassen des Schlosses setzt sich noch eine Rabenkrähe zu mir. Was sie mir aber sagen wollte, war mir nicht klar. Vielleicht wollte sie sagen: Hau ab, ich will nicht, dass Du ein Foto machst, wenn ich was klaue. Oder aber: Tschüss, bis morgen.

15.05.2020: Am Badenburger See hielt sich ein Nonnenganspaar mit 3 Gösseln auf. Oberhalb der Großen Kaskade, wo ich gestern noch das Schwanenpaar mit den 5 Jungen gesehen habe, war heute ein Paar mit 7 Jungen. Wieder näherte sich eine Rabenkrähe, die beiden Altschwäne reagierten sofort sehr bissig. Ein Altschwan versuchte einen Tennisball zu fassen, was aber auch nach vielen Versuchen nicht gelang. Dann verlor er das Interesse. Als ich die Kaskaden runtergehe, sehe ich am Ende des Mittelkanals ein Schwanenpaar mit 5 Jungen. Das war doch das Paar von gestern oberhalb der Großen Kaskade. Wie kam es nach unten mit den Jungen, und was macht das Paar mit den 7 Jungen oben? Verwirrend?!? Nach langwieriger Suche habe ich die Blässgans heute entdeckt. Vor dem Schloß schliefen die 7 Jungen, wurden aber immer lebendiger und es dauerte nicht mehr lange, bis sie sich wieder auf eine kleine Schwimmrunde begaben. In einem weiteren Schwanennest, in dem drei Eier lagen, klappte es scheinbar nur mit einem. Die Mauser der Graugänse ist jetzt bei einigen schon weit fortgeschritten.
Und dann habe ich noch ein Suchbild beigefügt. Welcher Vogel ist in dem Moment abgeflogen, als ich abdrückte?

16.05.2020: Vormittags für zwei Stunden im Park. Besucher können wieder einen Ausflug mit der venezianischen Gondel machen. Eine Rabenkrähe frisst an einem toten Turmfalken. Keine schönen Bilder, aber so ist es im Tierreich. Ob die Krähe ihn erledigt hat, oder ob er einem anderen Feind zum Opfer gefallen ist bleibt ungelöst. Die Liste der Feinde, die es im Park gibt ist groß: Habicht, Marder, Krähe, Mensch, Wetter, Parasiten, Infektions­krank­heiten. Die 9-köpfige Schwanenfamilie rastet oberhalb der Großen Kaskade. Zum ersten Mal habe ich Angestellte vom Kreisverwaltungsrat (KVR) der Stadt München gesehen: Kontrollfahrten. An einem Baum klettern zwei Weinbergschnecken hoch. Die Augen sind als dunkle Punkte am Ende der oberen Fühler erkennbar. Am Kugelweiher angekommen, wird der Blick wieder auf das Schilf gerichtet. Blattkäfer Paarung, weibliche Hufeisen-Azurjungfer Kleinlibelle, Bergstreckerspinne, dieses Mal ein Männchen, Gemeine Blutzikade (ca. 1cm groß) und Schwebfliege werden entdeckt. Übrigens ist die Blutzikade völlig harmlos und saugt nur an Pflanzen.

17.05.2020: Als ich heute nach den Haubentauchern sah, war das Nest verlassen. Das Paar hat jetzt ihr Prachtkleid an. Das Weibchen schwamm in der Nähe des Nestes, auf ihrem Rücken war immer mal das Daunenküken zu sehen. Das ist in den ersten Tagen auch notwendig, denn die Feinde der Haubentaucher-Küken sind z.B. Wetter, Parasiten, Vogelgrippe, Hechte, Möwen und Rohrweihen. Das Männchen hat für die Nahrung zu sorgen, und zwar für das Weibchen und den Nachwuchs. Wenn es von so einem Ausflug zurückkehrt, kommt es erst Mal zu einem Begrüßungsritual. Das Weibchen bietet seinem Küken eine Feder zum fressen. Für Haubentaucher sind Federn ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung. Feder können bis zur Hälfte des gesamten Magenvolumens ausmachen. Vermutlich schützen sie den Magen und den Darm davor, dass verschluckte spitze Knochen diese verletzen. Vielleicht erklärt das auch, warum Haubentaucher Gewölle ausspeien. Da das Männchen immer sehr lange weg war, versucht das Kleine die Aufmerksamkeit der Mutter zu erhalten, in dem es ihr in den Hals zwickt. Dann geht es in das Wasser für eine Runde Schwimmen und gleich danach versucht es wieder, unter die Federn der Mutter zu kommen. Der Wiederaufstieg ist nicht so einfach wie das hineinplumpsen. In der Nähe gibt es auch ein Nest der Rabenkrähen, aber sehr schlecht einsehbar. Immer wieder flog ein Altvogel ein zum Füttern des Nachwuchses. Bei den vielen Graugänsen gab es Stress und Badetag. Am Kugelweiher paaren sich Hufeisen-Azurjungfern. Der Frühen Adonislibelle ist beim Schlupf die Larvenhaut draufgefallen und hat ihren noch nicht gehärteten Flügel beschädigt. Dadurch ist sie nicht lebensfähig. Auch eine noch bestimmte Wanze fand sich auf einem Schilfhalm.

19.05.2020: Die vier Graureiher im Nest sind bereits so groß wie die Altvögel, werden aber noch gefüttert. Im nördlichen Durchblick mit Blick auf das Schloß zeigt sich ein Reh. Am Kugelweiher angekommen, begeistern die kleinen Hubschrauber der Lüfte, die Libellen. Das Männchen der Gemeinen Skorpionsfliege (Panorpa communis) verfügt über ein deutlich verdicktes Genitalsegment am Ende des Hinterleibes, das meist nach oben gekrümmt getragen wird. Noch immer schlüpfen Falkenlibellen. Bergstreckerspinnen haben überall ihre Netze gesponnen und liegen auf der Lauer. Ein Dunkler Fliegenkäfer (Cantharis obscura) saugt den Saft eines Schilfblattes. Bei den heutigen hohen Temperaturen zeigte sich auch eine schöne Ringelnatter, die ein Sonnenbad nahm. Interessant war die Beobachtung von Zaunkönigen, die in einer Wurzel eines umgestürzten Baumes ihr Nest gut geschützt gebaut haben. Nur wenige Schnappschüsse klappten zufriedenstellend. Oft spazierten sie am Boden, gut gedeckt durch die nun höher wachsende Bodenvegetation. Selten sah man sie frei sitzend. Zum Nest flogen sie meist direkt und schnell ein. Das Nest selbst ist nicht einsehbar, aber die Stimmen des Nachwuchses sind zu hören. Gleich in der Nähe verläuft ein schmaler Bachlauf, auf dem eine Schwänin mit ihren siebenköpfigen Nachwuchs vorbeischwamm. Am Bachrand sitzt ein Rotschwarzer Weichkäfer (Cantharis pellucida) auf einem Blatt.

21.05.2020: Am frühen Nachmittag den Park besucht. Großer Rotaugen Nachwuchs, da freut sich der Eisvogel. Zwei Nonnenganspaare mit vier und fünf Jungen. Große Überraschung: Gänsesäger Weibchen mit 10 Jungen. Ein Gleitflieger über dem Park (ist verboten). Nach vielen Versuchen endlich wieder zwei Aufnahmen vom Zaunkönig. Er fliegt zwar regelmäßig zum Nest, ist aber jedes Mal auch sehr schnell wieder weg. Eine schöne unbestimmte Fliege beim Putzen. Besucher balancieren über eine Eisenschiene, die von einem ehemaligen Steg übrig ist. Einer gelingt es, einer anderen nicht. Zwischendurch Besuch von einem Scharlachroten Feuerkäfer. Auf dem Rückweg grast eine Nonnengansfamilie vor dem Hintergrund der Badenburg.

24.05.2020: Der Zaunkönignachwuchs unter der Baumwurzel scheint das starke Regenwetter nicht überlebt zu haben. Dafür flogen Ackerhummeln. Auch eine Blässhuhn Kleinstfamilie schwamm vorbei, der Nachwuchs sicher zwischen den Eltern. Die Sumpf-Schwertlilien blühen an den Bachrändern. In den Blüten finden sich auch viele Insekten, u.a. der Weißpunktige Schwertlilienrüssler (Mononychus punctumalbum). Ruhende Stockenten am Kugelweiher und im Schilf wieder viele Bergstreckerspinnen. Auch ein Seefrosch machte auf sich aufmerksam. Wolken und Sonne zaubern ein tolles Licht, Blick vom Park auf das Schloß und vom Schloß auf den Park. Vor dem Schloß stolziert ein Schwan und macht Eindruck (auf andere Schwäne). Und hier treffe ich auch wieder die Gänsesägerfamilie. Vom Schloßrondell ragt der 4 km entfernte 291 m hohe Olympiaturm hervor.

26.05.2020: Gegen 10 Uhr am Park. Vor dem Schloß sitzt eine Bachstelze auf einem Brückengeländer und lässt sich durch mich nicht stören. Die Blume ist mir nicht bekannt, über eine Bestimmung freue ich mich. Die Schwalben sind teilweise schon beim Brüten, andere bauen noch an den Nestern am Hauptgebäudeeingang. Unterwegs im Park sehe ich ein Waldbrettspiel (Schmetterling), der schon ziemlich angefressen ist. Aus dem ersten Graureihernest sind die Jungvögel ausgeflogen und müssen sich nun selbst versorgen. Im Wald tauchen eine Rehgeiß und ihr Bockkitz vom letzten Jahr auf.

Mit dem Zaunkönig hatte ich wieder Glück.

Bei den Großen Kaskaden ruht eine Schwanenfamilie mit Nachwuchs. Auf der Wiese des südlichen Durchblicks äsen zwei Rehe. Ein Buntspechtweibchen fing eine Eintagsfliege. In einem Nest vor dem Schloß sitzt ein Blässhuhn mit 2 Küken. Als sich das Männchen mit Futter nähert, stürmt ihm eines der beiden Küken entgegen.

27.05.2020 Um 17 Uhr im Park. In einer hohen Kiefer brütet ein Halsbandschnäpperpärchen in einer alten Spechthöhle. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen, aber die Lichtverhältnisse sind schlecht. Weibchen und Männchen wechseln sich ab. Bei der Badenburg steht ein Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) in voller Blüte. Vor dem Schloß wird die ruhende Gänsesägerfamilie von einem Spaziergänger ins Wasser getrieben. Auf der anderen Seite des Kanals landen sie an und jetzt können sie ohne Störung sich putzen und anschließend eng kuschelnd schlafen legen. Eine weibliche Kolbenente fährt Wasserski. Oder es werden Flugvorführungen veranstaltet. Nicht weit entfernt ist eine 8-köpfige Höckerschwanfamilie.

28.05.2020 Überall im Park sind jetzt die Rufe der jungen Buntspechte zu hören. Sie rufen ununterbrochen Hunger!!!!! Gefüttert werden sie von beiden Eltern meistens mit Eintagsfliegen, die es zur Zeit in großen Mengen gibt. Am Kanal balzt ein Haubentaucherpärchen. Sie sind spät dran. Ein Paar hat bereits ein Junges, ein anderes Paar hat mit dem Brüten schon begonnen. Bei der Balz zeigen wohl beide ihren Willen zum gemeinsamen Nestbau. Und das Weibchen scheint am Ende von ihrem Partner sehr beeindruckt.

29.05.2020 Einer der jungen Graureiher nimmt ein Bad und kommt dabei einem Blässhuhn im Nest bedenklich nahe. Große Aufregung von beiden Seiten, dann beruhigt sich die Situation wieder. Der Botanische Garten ist wieder geöffnet, da werde ich morgen mal reingehen. Für alle die es nicht wissen, der Botanische Garten grenzt direkt an den Nymphenburger Schloßpark an.

30.05.2020 Am Vormittag im Botanischer Garten. Gleich zur Öffnung des Botanischen Gartens um 10 Uhr zum großen See beim Alpinum marschiert, um den Graureiher zu beobachten. Auch als mehr Besucher kommen, fliegt er nicht weg. Die Blumen am Alpinum sind in voller Blüte. Wildbienen und Hummeln ernten den Nektar. Auf dem Weg ruht sich der Große Blaupfeil (Libelle) aus. In einem kleinen Teich lieben sich zwei Frösche. Der Goldglänzende Rosenkäfer besucht die Azaleenblüten. Nebenan brütet der Buntspecht und ist jetzt irritiert, dass plötzlich so viele Menschen da sind.

30.05.2020 Am Nachmittag im Nymphenburger Schloßpark. Das Haubentaucher-Männchen hat einen Fisch außerhalb des Parks gefangen, aber die Familie ist weit entfernt. Es wird oft getaucht, damit der Fisch frisch bleibt. In der Zwischenzeit fliegt das Graureiher-Männchen mit einem Zweig ins Nest (Nest3). Er übergibt dem Weibchen den Zweig, den sie gut für die Erweiterung des Nestes gebrauchen kann. Das Haubentaucher-Weibchen mit dem Küken hält sich wieder am Badenburger See in der Nähe des Nestes auf. Das nun schon größer gewachsene Küken schwimmt und taucht sehr gut, geschützt mitten in einer Graugansgruppe. Im zweiten Haubentauchernest gibt es auch Nachwuchs, zwei Küken sind zu sehen. Der Versuch mit einem Fisch wird abgebrochen, die Küken sind noch zu klein, oder der Fisch war zu groß. Als Alternatives Angebot wird eine kleine Feder übergeben.

31.05.2020 Im Park nach den Halsbandschäppern gesehen, die jetzt fleißig Futter für ihren Nachwuchs bringen. Ein Weichkäfer auf einem Schilfblatt. Auf der Sumpf-Schwertlilie krabbelt eine grüne Blattwespe, auf einem Schilfhalm die Macrophya duodecimpunctata (hat keinen deutschen Namen). Beide Insekten sind Echte Blattwespen. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die bei manchen Arten aussehen wie Raupen, bei andern wie kleine Nacktschnecken. Die berühmtesten sind vielleicht die Blattminierer, die sich das grüne Blatt zwischen der oberen und der unteren Haut als Futter ausgewählt haben. Von den Prachtlibellen wurde eine Opfer einer Spinne, eine zweite ist im letzten Stadium des Schlupfes, eine dritte weibliche ist bereits flugfähig. Immer wieder sind Rehgeißen zu sehen, es gibt bereits Nachwuchs. Eine Freude war es, das größer werdende Haubentaucherküken zu beobachten, wie es gefüttert wird. Und vor Verlassen des Parks hat sich die 11 köpfige Gänsesägerfamilie an ihrem Übernachtungsplatz eingefunden.

31.05.2020 Über Mittag im Botanischen Garten. Interessant, wie der Zweig durch die Nuss wächst. An einem kleinen Wasserbecken ist gerade eine Große Königslibelle geschlüpft. Als sie flugfähig ist, fliegt sie auf einen in der Nähe stehenden Tulpenbaum. Frisch geschlüpfte Tiere halten sich bevorzugt in einiger Entfernung vom Gewässer innerhalb geschlossener Baumbestände auf. Eine weitere Große Königslibelle jagte bereits über dem Wasserbecken. Als eine Stockente mit vollem Schuß in das Becken einflog, verletze sie die Libelle am Flügel. Das war ihr Todesurteil. Eine männliche Vierfleck Libelle fliegt jagend über das Becken und ruht immer wieder auf einem Schilfhalm. Bei den fütternden Buntspechten schaut dieses Mal ein weiblicher Jungvogel aus der Spechthöhle. Ein junges Rotkehlchen zeigt sich kurz. Auch eine weibliche Zauneidechse wird gesichtet und Bienen auf Blüten suchen Nektar.

01.06.2020 Vormittags im Botanischen Garten gab es viel zu sehen. Ein kleiner Teichfrosch auf einem Seerosenblatt. Das Buntspecht Kleine ruft HUNGER!! Lustig fand ich den Goldstaub-Laubkäfer (Hoplia argentea), wie er affenartig sich auf den Blumenblüten bewegte. Auch ein Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) und eine Lederwanze sind auf Blättern unterwegs. Höhepunkt waren aber die Sommergoldhähnchen, die in den Nadelbäumen hin und her fliegen und ihren Gesang zum Besten geben. Eine Purpur-Fruchtwanze (Carpocoris purpureipennis) mit ihrer Präzision bei der Eiablage: Dicht gesetzte Spiralen um einen Stängel herum. Eine Listspinne (Pisaura mirabilis) mit Kokon. Sie ist in ganz Europa verbreitet und wurde 2002 von der Arachnologischen Gesellschaft e.V. zur Spinne des Jahres gewählt. Auch ein Männchen wartet auf ein Opfer. Zu sehen ist auch ein Ameisensackkäfer (Clytra laeviuscula). Der Weißpunktige Schwertlilienrüssler (Mononychus punctumalbum) erinnert mich an einen Minielefanten. Auch am großen See im Botanischen sind Vierflecke zu sehen und schöne Blumen.

02.06.2020 Vormittags im Schloßpark wieder nach den Halsbandschnäppern geschaut, die sehr aktiv waren. Dann höre ich, dass die Mandarinenten Nachwuchs haben und finde sie erwartungsgemäß in der Nähe des Kronprinzengartens. Beim Verlassen des Parks beim Marstallmuseum versucht die 11-köpfige Gänsesägerfamilie an einem Blässhuhnnest vorbeizukommen, und wird heftig von den Blässhühnern attackiert. Am Kanal beim nördlichen Kabinettsgarten gibt es Nachwuchs bei den Bachstelzen. Und auch dort gibt es eine Buntspechthöhle mit Nachwuchs, die die Eltern ständig mit Futter anfliegen.

05.06.2020 Nachmittags im Nymphenburger Schloßpark. Es ist stark bewölkt, aber es regnet nicht. Gleich zu Beginn des Hauptkanals ruhen 7 Höckerschwanküken, bewacht von der Mutter. Im Schilf eine Marienkäferlarve. Auf der Suche nach den Bambis (es sind bereits welche gesehen worden) treffe ich auf einen Rehbock. Viele Graugänse befinden sich derzeit im Park. Eine Nonnengansfamilie mit ihren zwei Gösseln ruht sich aus. Dann erfahre ich, dass vor dem Schloß Gänsesäger mit gerade geschlüpften fünf Küken gesehen wurde. Also schnell vor das Schloß gegangen. Und da sind sie. Zuerst ruhend, dann geht das Weibchen in das Wasser und die fünf Küken folgen ihr. Eines nach dem anderen hüpft ins Wasser. Immer wieder wird eine Mitfahrgelegenheit bei der Mutter gesucht. Ansonsten sind die Küken schon sehr selbständig. Nach der Schwimmexkursion geht es wieder an Land. Es dauert eine Weile bis sich die Küken beruhigt haben und alle schützend unter der Mutter ihren Platz eingenommen haben.

06.06.2020 Am späten Nachmittag auf der Suche nach den Gänsesägern. Ich finde die 6-köpfige Familie im Kanal beim Kronprinzengarten. Am Mittelkanal legt die 10-köpfige Familie eine Rast ein. Eines nach dem anderen muss das Ufer erklimmen. Das geht nur mit einem kräftigen Sprung. Die Mutter und 8 ihrer Kinder schafft das aufs erste Mal. Das letzte Junge hat Probleme, benötigt drei Versuche und ist sichtlich erleichtert, es geschafft zu haben. Die Geschwister beobachten alles genau. Vor dem Schloß ist die 6-köpfige Familie mittlerweile angekommen. Alle sind auf der Suche nach Futter. Auch die Kleinen erwischen schon Fische und innerhalb Sekunden verschwinden diese in ihren Mägen.

08.06.2020 Der Himmel ist am Nachmittag bedeckt, selten kommt die Sonne durch. Ich wage trotzdem einen Ausflug in den Botanischen Garten. Beim Alpinum entdecke ich ein Zauneidechsen Weibchen und an anderer Stelle ein Männchen. Kurz darauf fliegt ein Graureiher ein, der vom Nymphenburger Schloßpark kommt. Bei den Seerosen gelingt es ihm einen kleinen Fisch zu fangen. Die weitere Jagd bringt nichts ein, er beginnt Fliegen und andere Insekten aus der Luft und von den Blättern zu fangen. Dann versucht er einen Zweig abzureißen, muss er wohl auf dem Rückweg für seine Gefährtin mitbringen. Eine Kanadagans Familie schwimmt mit ihrem Nachwuchs vorbei. Bei der Bayern Arche lugt eine „Doppel“köpfige Ringelnatter aus dem Wasser. Ein Ameisensackkäfer und weitere unbestimmte Insekten sind zu sehe

11. 06. 2020: Vor dem Schloß fängt ein Turmfalkenweibchen eine Maulwurfsgrille. Im Park hat eine Kanadagansfamilie nur noch einen Gössel. Es gibt auch ein Gebirgsstelzenpärchen, normaler Weise gut versteckt. Eine Nonnengansfamilie mit zwei Gösseln lässt sich von Fußgängern füttern. Über den Weg läuft ein Ovaler Kanalkäfer. Beim Kugelweiher sonnen sich mehrere junge Ringelnattern. Auch gewöhnliche Strauchschrecken sind jetzt zu sehen. Allerdings ist dieser Schilfbereich eine Todeszone für Libellen wegen der vielen Bergstreckerspinnen. Auch Skorpionsfliegen nutzen die Gunst der Stunde. Eine Hufeisen-Azurjungfer ruht auf einem Schilfblatt. Bernsteinschnecken sind auf vielen Halmen zu sehen. Als es April-mäßig bei Sonnenschein zu regnen anfäng, konnte noch ein friedliches Beisammensein von Gänsesägern, Kolbenente- und Stockenten-Erpel beobachtet werden.

12. 06. 2020: Ich bin gleich nach der Öffnung des Botanischen Gartens zum Alpinum gegangen. Auf einem Strauch paarte sich die Große Königslibelle. Und kurz darauf ruhte auf dem Weg ein Männchen der Kleinen Zangenlibelle, sie gilt nach der Roten Liste Bayerns als „stark gefährdet“. Was für ein Glückstreffer! Im Becken bei dem System der Pflanzenfamilien sind Posthornschnecken und Gemeine Rückenschwimmer zu beobachten. Beim Teich am Rhododendronhain flog ein Turmfalken-Männchen auf einen nahestehenden Baum. In den Teich legt ein Großes Königslibellen-Weibchen ihre Eier, an dem auch die Vierfleck Libelle wohnt. Im Teich befinden sich Ringelnattern. Obwohl der Teich klein ist und es viele Frösche darin gibt, ist es für Ringelnattern nicht einfach, einen der Frösche zu ergattern. Größere Frösche werden von den Schlangen oft zunächst an einem, dann am anderen Hinterbein gepackt und nach und nach hinuntergeschlungen. Als eine große Ringelnatter einen erwachsenen Frosch im Gras am Bein erwischt, versucht sie ihn zu verschlingen. Allerdings hängt der Frosch an einem Grasbüschel fest. Obwohl die Ringelnatter große Anstrengungen unternimmt, ihn darüber zu sich zu ziehen, gelingt es ihr nicht. Nach einer Stunde gibt sie erschöpft auf. Der Frosch entkommt trotz seiner Verletzung. Die weiteren Versuche, im Teich einen anderen Frosch zu fangen, scheitern. Anschließend schaue ich nach den Sommergoldhähnchen. Wie es aussieht, Brüten sie in einer Zypresse. Im großen Teich gibt es auch Interessantes zu sehen. Eine Kanadagans mit drei Gösseln, wovon aber eines ein adoptiertes Graugansgössel ist. Nach Schließung des Botanischen Gartens gehe ich noch eine Runde im Nymphenburger Schloßpark spazieren. Eine Rabenkrähe auf dem Weg hat einen Wurm gefunden. Das brütende Graureiherweibchen im Nest 3 macht Dehnübungen und zwei Gänsesägerweibchen schlafen unter der Figur der Isar an der Großen Kaskade.

13. 06.2020: Ich bin gleich nach der Öffnung des Botanischen Gartens wieder zum Alpinum gegangen. Auf den Sträuchern sind die Gemeine Blutzikade, ein Goldglänzender Rosenkäfer, ein Asiatischer Marienkäfer und eine Punktierte Zartschrecke aktiv. Von den Libellen sehe ich wieder die Kleine Zangenlibelle, das Männchen der Großen Königslibelle, Weibchen und Männchen des Großen Blaupfeils, die Frühe Adonislibelle und die Paarung der Hufeisen-Azurjungfer. Überall sind Bienen auf der Suche nach Nektar. Auch der Kleine Kohlweißling sucht ihn auf einer Schwertlilie. Die Hausmaus war etwas schüchtern – zu viele Fotografen. Das Ringelnatterweibchen ist immer noch hinter einem Frosch her. Im Becken bei dem System der Pflanzenfamilien quackt ein Seefrosch immer wieder anhaltend laut. Er markiert damit sein Revier. Die Schallblasen sind ungleich groß. Vielleicht liegt das an einer Verletzung. Auch die Posthornschnecken sind wieder gut zu sehen.

Kategorie: Nymphenburger Schloßpark, Schlosspark 2020

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Naturfotograf, Citizen Scientist Mitglied im Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) Mitglied beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mitglied der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e.V. Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.

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